Samstag, 08.09.2018
08:30 - 10:00
Seminarraum 16
S610
Vermeidung von Gewalt gegen alte Menschen in häuslicher Pflege

Moderation: F. Oswald, Frankfurt a. M.; M. Wellenhofer, Frankfurt a. M.; C. Schweppe, Mainz

Gewalt in der häuslichen Pflege alter Menschen ist kein Einzelfall und wurde international vielfach dokumentiert. Hierauf haben Wissenschaft, Politik und Praxis bislang kaum mit entsprechenden Schutzkonzepten reagiert. Ziel des interdisziplinären Symposiums ist es, aus drei aktuellen Projekten zu berichten und im Anschluss Gewaltschutzkonzepte der Zukunft zu diskutieren. Die ersten beiden Beiträge (Konopik et al., Schwedler et al.) berichten aus dem Projekt „Interdisziplinäre Untersuchung zu Rechtsschutzdefiziten und Rechtsschutzpotentialen bei Versorgungsmängeln in der häuslichen Pflege alter Menschen“ (VERA) aus einer jeweils sozialwissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Perspektive. Ziel ist die Entwicklung eines rechtlichen Rahmens, der hilfeorientierte Prävention und Intervention in der familialen Pflege Älterer durch öffentliche Institutionen und Gerichte beinhaltet. Der dritte Beitrag (Horn & Schweppe) berichtet aus dem Projekt „Entwicklung und Signifikanz transnationaler Langzeitpflegearrangements in Deutschland und den Niederlanden“ (Emergence and Significance of Transnational Long-term Care Arrangements in Germany and the Netherlands, ESTRANCA), das sich mit Herausforderungen einer zunehmenden Transnationalisierung von Langzeitpflege-Regimes beschäftigt, wie migrantische Pflegearbeiterinnen als Akteure im Wohlfahrtsdreieck von Staat, Markt und Familie. Das Projekt setzt sich die Analyse der sozialpolitischen Faktoren zur Entstehung und Verstetigung grenzüberschreitender Pflegearrangements zum Ziel. Der vierte Beitrag (Pfeiffer et al.) wendet sich der Erkennung und dem Umgang mit Persönlichkeitsverletzungen im Kontext häuslicher Pflege zu, die im Rahmen von Pflegeberatung und telefonischer Therapie für pflegende Angehörige auffallen oder zur Sprache kommen. Es werden bisherige Erfahrungen und Studiendaten vorgestellt sowie Möglichkeiten, Grenzen und Schwierigkeiten im Umgang mit Persönlichkeitsverletzungen in diesen Settings diskutiert. Abschließend werden die Beiträge aus sozialgerontologischer Perspektive (Heusinger), mit Blick auf den Schutz des Altenwohls diskutiert.

08:30
Was wissen wir über Gewalt in der häuslichen Pflege durch Angehörige? Eine sozialwissenschaftliche Bestandsaufnahme im Rahmen des Forschungsprojekts VERA
S610-1 

N. Konopik, A. Halscheidt, F. Oswald, G. Zenz, L. Salgo; Frankfurt a. M.

08:45
Menschenwürde und Persönlichkeitsschutz bei Versorgungsabhängigkeit im Alter: Die familiale Pflege alter Menschen - Gesetzlicher Schutz für Pflegende und Gepflegte
S610-2 

A. Schwedler, M. Wellenhofer; Frankfurt a. M.

09:00
Gewalt und Gewaltschutz in privaten Haushalten mit migrantischen Pflegearbeiterinnen
S610-3 

V. Horn, C. Schweppe; Mainz

09:15
Persönlichkeitsverletzungen, die in der Beratung und Therapie von pflegenden Angehörigen zur Sprache kommen. Erfahrungen aus Interventionsstudien und gesetzlicher Pflegeberatung
S610-4 

K. Pfeiffer, A. Babac, M. Schäufele, C. Reiter, G. Wilz; Stuttgart, München, Mannheim, Jena

09:30
Diskussion
S610-5 

J. Heusinger, Magdeburg

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