Freitag, 07.09.2018
15:45 - 17:00
Zelt
Poster: Geriatrie 4 (P043-P054)

Moderation: V. Goede, Köln; P. Mrak, Voitsberg/A

15:45
SARC-F reflektiert erhöhte zirkulierende Konzentrationen von pro- und anti-inflammatorischen Zytokinen
P043 

C. Herpich, M. Ost, K. Franz, L. Otten, V. Coleman, S. Klaus, U. Müller-Werdan, K. Norman; Nuthetal, Berlin

<p><strong>Hintergrund:</strong> Der SARC-F Fragebogen ist ein effizientes Screening-Werkzeug zur Erfassung des Sarkopenierisikos. Dabei werden muskelbezogene funktionelle Parameter direkt angesprochen. Es wird vermutet, dass eine chronische unterschwellige Inflammation mit Sarkopenie verbunden ist. Das Ziel der Studie war die Evaluierung der Beziehung des SARC-F Scores zu den pro-inflammatorischen Zytokinen Interleukin 6 (IL-6), IL-1&beta;, Tumor Nekrose Faktor Alpha (TNF-&alpha;) und Interferon Gamma (IFN-&gamma;), sowie den anti-inflammatorischen Zytokinen IL-4 und IL-10.</p>
<p><strong>Methoden:</strong> Serum Zytokin-Konzentrationen wurden mittels ELISA Assays quantifiziert. Aufgrund der fehlenden Normalverteilung der Daten, wurden diese zur Normalisierung logarithmiert. Der SARC-F wurde nach Malmstrom et al. [1] durchgef&uuml;hrt, dabei indiziert ein Score gleich oder gr&ouml;&szlig;er vier ein hohes Risiko f&uuml;r Sarkopenie.</p>
<p><strong>Ergebnisse:</strong> 103 alte Patienten (76,9&plusmn;5,2 Jahre, 53,4% Frauen) und 56 gesunde Kontrollen (72,9&plusmn;5,9 Jahre, 57,1% Frauen) wurden in die Analyse eingeschlossen. 73,8% Patienten wiesen ein Sarkopenierisiko auf. Obwohl keine signifikanten Unterschiede zwischen sarkopenen und nicht sarkopenen Patienten vorlagen, wies die gesunde Kontrollgruppe deutlich niedrigere Zytokin-Konzentrationen auf (p&lt;0,05). Der SARC-F Score korrelierte mit IL-6 (r=0,416, p&lt;0,001), IL-1&beta; (r=0,216, p&lt;0,05), TNF-&alpha; (r=0,242, p&lt;0,001), IFN-&gamma; (r=0,299, p&lt;0,001), IL-4 (r=0,201, p&lt;0,05) und IL-10 (r=0,344, p&lt;0,001).</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Wir fanden signifikante Korrelationen von pro- und anti-inflammatorischen Zytokinen und dem SARC-F Score. Dies unterst&uuml;tzt die Hypothese der Assoziation von Inflammation mit Sarkopenie.</p>
<p>[1] Malmstrom et al. 2013.</p>

15:45
Assoziation erhöhter IL-6, TNF-Alpha und IFN-Gamma Konzentrationen mit gesundheitsbezogener Lebensqualität bei alten Patienten
P044 

C. Herpich, M. Ost, K. Franz, L. Otten, V. Coleman, S. Klaus, U. Müller-Werdan, K. Norman; Nuthetal, Berlin

Hintergrund: Die pro-inflammatorischen Zytokine Interleukin 6 (IL-6), Tumor Nekrose Faktor Alpha (TNF-α) und Interferon Gamma (IFN-γ) wurden als Marker für Inflammageing beschrieben [1]. Inflammation ist bei Krebserkrankungen mit verringerter Lebensqualität assoziiert. Das Ziel dieser Studie war demnach die Messung der Konzentrationen der pro-inflammatorischen Zytokine IL-6, TNF-α und IFN-γ bei alten Patienten und einer gesunden, alten Kontrollgruppe und die Evaluierung der Assoziation mit gesundheitsbezogener Lebensqualität.

Methoden: Serum Zytokin-Konzentrationen wurden mittels ELISA Assays quantifiziert. Aufgrund der fehlenden Normalverteilung der Daten, wurden diese zur Normalisierung logarithmiert. Die Lebensqualität wurde mit dem Euro QOL Fragebogen (EQ-5D-5L) als Index bestimmt [2].

Ergebnisse: 103 alte Patienten (76,9±5,2 Jahre, 53,4% Frauen) und 56 gesunde Kontrollen (72,9±5,9 Jahre, 57,1% Frauen) wurden in die Analyse eingeschlossen. IL-6, TNF-α und IFN-γ Konzentrationen der Kontrollgruppe waren signifikant geringer (0,88±0,45pg/mL; 0,94±0,21pg/mL, 0,63±0,44 pg/mL) als die der Patienten (1,27±0,42 pg/mL; 1,09±0,20 pg/mL; 0,93±0,50 pg/mL, alle Analysen p<0,001). IL-6 korrelierte signifikant mit dem Index der Lebensqualität (r=-0,339, p<0,001). Weitere Korrelationen lagen zwischen TNF- α und dem Lebensqualitätsindex (r=-0,276, p<0,001) sowie zwischen IFN-γ und dem Lebensqualitätsindex vor (r=-0,244; p<0,05).

Fazit: Höhere pro-inflammatorische Zytokin-Konzentrationen gehen bei geriatrischen Patienten mit niedriger selbst-berichteter Lebensqualität einher. Dies impliziert, dass erhöhte Inflammation ein beitragender Faktor eines niedrigerern Lebensqualitätsindex von älteren Menschen sein könnte.

[1] McSorley et al. 2017.

[2] Rabin et al. 2009.

15:45
Erhöhung der GDF15 Konzentrationen bei geriatrischen Patienten - Zusammenhang mit Sarkopenie und physischen Parametern
P045 

K. Franz, M. Ost, C. Herpich, L. Otten, A.-S. Endres, V. Coleman, S. Klaus, U. Müller-Werdan, K. Norman; Berlin, Nuthetal

Fragestellung: Inflammation gilt als ein zur Entwicklung von altersassoziierter Sarkopenie beitragender Faktor. Der Growth differentiation factor 15 (GDF15) ist ein Zytokin, welches von mehreren Geweben im Zuge von Inflammation und oxidativem Stress ausgeschüttet wird (Unsicker et al., 2013). Ziel dieser Studie war die Evaluierung eines möglichen Zusammenhangs von GDF15 mit Sarkopenie und funktionellen Parametern bei geriatrischen Patienten im Vergleich zu einer alten Kontrollgruppe.

Methodik: GDF15 Serumkonzentrationen wurden mittels ELISA-Kits (R&D System) quantifiziert. Die Skelettmuskelmasse (SM, kg) wurde anhand der Bioimpedanzanalyse bestimmt und der SM-Index (SMI, kg/m²) berechnet. Sarkopenie wurde anhand reduzierten SMI (m: ≤ 8,50 kg/m², w: ≤ 5,75 kg/m²) (Janssen et al., 2004) und verminderter Gehgeschwindigkeit beim 4-Meter Gehtest (≤ 1,0 m/s) definiert. Die Knieextensionskraft wurde mit einem Dynamometer erfasst. Frailty wurde nach Fried et al. definiert (Fried et al., 2001) und Fatigue wurde mit dem Brief Fatigue Inventory Fragebogen beurteilt.

Ergebnisse: Es wurden 103 geriatrische Patienten (76,9 ± 5,2 Jahre, 53,4% Frauen) und 56 gesunde Kontrollen (72,9 ± 5,9 Jahre, 57,1% Frauen) in diese Querschnittsstudie eingeschlossen. Sarkopene Patienten (51,4%) zeigten keine höheren GDF15 Konzentrationen im Vergleich zu nicht-sarkopenen Patienten auf (2,09 ± 0,25 ng/mL vs. 1,92 ± 0,15 ng/mL, p = 1,00). Alte Kontrollen wiesen die niedrigsten GDF15 Werte auf (0,82 ± 0,45 ng/mL, globaler p<0,001). GDF15 korrelierte mit der Gehgeschwindigkeit (r = -0,409, p < 0,001), Knieextensionskraft (r = -0,351, p < 0,001), Frailty (r = 0,458, p < 0,001) und Fatigue (r = 0,247, p = 0,003).

Zusammenfassung: GDF15 ist bei sarkopenen Patienten gegenüber den gesunden Kontrollprobanden deutlich erhöht. Obwohl kein signifikanter Unterschied zwischen sarkopenen und nicht sarkopenen Patienten bestand, konnten signifikante Zusammenhänge zwischen erhöhten GDF15 Werten und physischen Parametern gezeigt werden.

15:45
Effektivität einer vollstationären multiprofessionellen geriatrischen Evaluation und Intervention bei alten onkologischen Patienten: Eine Fallserie
P046 

V. Goede, A.-S. Schmidt, A. Frey, B. Bauer, H. Breiden, T. W. Köninger, J. Thönes, R.-J. Schulz; Köln

Inwieweit eine vollstationäre multiprofessionelle geriatrische Evaluation und Intervention bei alten onkologischen Patienten nutzenbringend ist, ist bislang wenig untersucht. Hier berichten wir über alte Patienten mit aktueller onkologischer Diagnose und geriatrischen Problemen, welche wir in unserer Sektion für Onkologische Geriatrie stationär behandelten. Im Rahmen der geriatrischen Evaluation erfolgten: Barthel-Index (BI), Timed Up-and-Go Test (TUG), Performance-Oriented Mobility Assessment (POMA), Nutritional Risk Score (NRS), Geriatric Depression Scale (GDS), Mini Mental State Exam (MMSE) und Clock Completion Test (CLT). Auf den Ergebnissen basierend erfolgten geriatrische Interventionen durch ein multiprofessionelles Team (Arzt, Pflegekraft, Physio- und Ergo-, ggf. Schluck- und Ernährungstherapeut, Sozialdienst). Bei Realisierung einer geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung wurden Assessments nach Abschluss wiederholt. Von Januar bis Mai 2017 wurden 93 Patienten (52% Männer, medianes Alter 79 Jahre, Spanne 60-93 Jahre) versorgt. Das onkologische Spektrum war breit; am häufigsten waren Lymphome (27%), Kolon- (15%), Prostata- (10%) und Lungenkarzinome (6%). Kardiovaskuläre, pulmonale, renale, endokrine, muskuloskelettale bzw. neurologische Komorbidität bestanden bei 82%, 43%, 43%, 42%, 44% bzw. 38% der Patienten. Polymedikation (> 5 Medikamente) bestand bei 83% (mediane Anzahl eingenommener Medikamente: 10). Einschränkungen von Kognition, Emotion bzw. Lokomotion wurden bei 49%, 26% bzw. 82% der Patienten diagnostiziert. Der mediane BI betrug 45 (Spanne 10-85). Vier Patienten (4%) starben während des stationären Aufenthaltes und bei 10 (11%) musste die geriatrische Intervention wegen anderer adverser Ereignisse ungeplant abgebrochen werden. Bei komplettierter Komplexbehandlung stieg der BI im Median um 10 Punkte (Spanne -25 bis 50). Mediane für MMSE und CLT blieben unverändert. TUG und POMA zeigten im Median signifikante Verbesserungen (von 32 auf 24 Sekunden bzw. 5 auf 13 Punkte). Eine vollstationäre multiprofessionelle geriatrische Evaluation und Intervention kann geriatrische Einschränkungen (insbesondere lokomotorische) bei alten onkologischen Patienten zurückdrängen. Ob solche Verbesserungen die Verträglichkeit und Durchführbarkeit onkologischer Therapien positiv beeinflussen, muss in randomisierten Studien untersucht werden.

15:45
Verbesserung sozialer Teilhabe und Aktivität von älteren Menschen in Pflegeheimen mit Gelenkkontrakturen: eine multizentrische, cluster-randomisierte kontrollierte Studie
P047 

N. Nguyen, S. Saal, R. Thalhammer, R. Servaty, H. Klingshirn, L. Le, U. Mansmann, G. Meyer, M. Müller, K. Beutner; Halle (Saale), Mühldorf a. Inn, München

Hintergrund: Ältere Menschen in Pflegeheimen sind häufig von Gelenkkontrakturen betroffen, die sie in ihren Alltagsaktivitäten und ihrer sozialen Teilhabe beeinträchtigen. Mit der PaArticular-Scale wurde basierend auf der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) ein Instrument zur Quantifizierung dieser Einschränkungen entwickelt. Die anschließend entstandene komplexe Intervention PECAN (Participation Enabling CAre in Nursing homes - PECAN) zur Verbesserung von Aktivitäten und sozialer Teilhabe der Betroffenen wird auf Wirksamkeit und Sicherheit nach abgeschlossener Pilotierungsphase überprüft.

Methoden: Die multizentrische cluster-randomisierte kontrollierte Studie mit 32 Pflegeheimen wird in den Regionen Halle (Saale) und Südost-Bayern durchgeführt. Dazu werden 578 Bewohner/-innen (>65 Jahre) mit Kontrakturen in die Studie eingeschlossen. Die Randomisierung erfolgt auf Clusterebene in die Interventionsgruppe (n=16 Heime; PECAN) oder die Kontrollgruppe (n=16 Heime; optimierte Standardversorgung). PECAN zielt auf die Verwirklichung individueller Teilhabeziele durch Maßnahmen auf Ebene der Bewohnerinnen und Bewohner und auch Einrichtungsebene ab. Die Intervention wird durch eine Schulung von Multiplikatoren, einen Peer-Mentor-Besuch im Heim, kontinuierliche telefonische Begleitung und Schulung zur kollegialen Beratung implementiert. Informationsveranstaltungen in den Pflegeheimen zu Kontrakturen werden in Interventions- und Kontrollgruppe für das Personal sowie die Öffentlichkeit durchgeführt. Aktivität und soziale Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner werden als primäre Zielgrößen nach 12 Monaten mit der PaArticular-Scale gemessen. Lebensqualität wird als sekundäre Zielgröße, Stürze und sturzbedingte Folgen als Parameter für die Bewohnersicherheit erhoben. Datenerhebung und statistische Auswertung werden verblindet durchgeführt. Die Studie wird durch eine gesundheitsökonomische Evaluation und eine Prozessevaluation begleitet.

Erwartete Ergebnisse und Diskussion: Wir erwarten eine interventionsbedingte klinisch relevante Verbesserung von Teilhabe und/oder Aktivität bei Menschen mit Gelenkkontrakturen im Pflegeheim. Die Interventionsphase beginnt im Sommer 2018. Erste Ergebnisse der Rekrutierung liegen zum Kongress vor.

15:45
Veränderungen des Multidimensionalen Prognostischen Index (MPI) im Verlauf der Hospitalisierung älterer, multimorbider Patienten auf einer internistischen Akutstation - Ergebnisse der MPI-InGAH II Studie
P048 

L. Pickert, A. M. Meyer, I. Becker, T. Benzing, P. T. Brinkkötter, A. Pilotto, M. C. Polidori Nelles; Köln, Genova/I

Hintergrund: Der Multidimensionale Prognostische Index (MPI) erlaubt es, die Prognose eines Patienten bezogen auf die 1-Monats und 1-Jahres Mortalität zu beurteilen. Je nachdem wann der MPI erhoben wird, kann sein Wert und somit die prognostische Aussage variieren. Es gibt Hinweise darauf, dass der MPI-Wert im Verlauf der Hospitalisierung Schwankungen unterliegt – ob dies auch für akutmedizinische, ältere Patienten gilt und welche Konsequenzen sich aus diesen Veränderungen ergeben, ist bisher unbekannt.

Methoden: Bei 200 akutmedizinischen Patienten über 70 Jahren wird der MPI bei Aufnahme, nach 7 Tagen und vor Entlassung erhoben. Dies geschieht mittels eines geriatrischen Assessments (Comprehensive Geriatric Assessment, CGA), welches die Bereiche der alltäglichen Fähigkeiten, Ernährungsstatus, Mobilität, Kognition, Lebensumstände und Medikation beinhaltet. Die Patienten werden nach ihrem errechneten Wert in eine niedrige, mittlere und hohe Risikogruppe eingeteilt. Es erfolgt ein telefonisches Follow-Up 3, 6 und 12 Monate nach Entlassung.

Ergebnisse: 106 Patienten (71M, 79,3 ± 5,3J; 35F, 79,0 ± 5,2J) wurden bisher in die Studie aufgenommen. Die mediane Hospitalisierungsdauer beträgt 10 Tage. Die häufigsten geriatrischen Syndrome sind Insomnia (52,4%) und Polypharmazie (66,0%). Bei 51,4% der Patienten verbesserte sich der MPI in der Mitte der Hospitalisierung im Vergleich zur Aufnahme, bei 8,6% bis zur nächst niedrigeren Risikogruppe. Bei 37,1% kam es zwischen Mitte der Hospitalisierung und Entlassung zu einer Verbesserung, bei 20,0% bis zur nächst niedrigeren Risikogruppe. Bei 8,6 % der Patienten verschlechterte sich der MPI zwischen Aufnahme und Mitte der Hospitalisierung, bei 11,4% zwischen Mitte der Hospitalisierung und Entlassung.

Diskussion: Bei akutmedizinischen Patienten erscheint es sinnvoll, den MPI besonders mit Blick auf seinen Verlauf zu erheben. Bei einer Verbesserung während der Hospitalisierung kann die Entlassung und die Versorgungsplanung forciert werden. Bei einer Verschlechterung kann durch das geriatrische Team die Unterstützung der Defizite gewährleistet und eine Verlängerung der Hospitalisierung bis zur Rehabilitation erwogen werden. Weitere Forschung ist notwendig, um Schwankungen des MPI im Hinblick auf die Bedürfnisse des Patienten richtig zu interpretieren.

15:45
Umsetzung einer randomisierten Sturzpräventionsstudie
P049 

N. Jähne-Raden, H. Gütschleg, B. Steiner, A. Schwitzke, K. Hager, K.-H. Wolf; Hannover, Braunschweig

Hintergrund: Auf geriatrischen Stationen kommt es durchschnittlich zu 9,1 Stürzen pro 1000 Bettentagen. Viele solcher Stürze ereignen sich bei Aufstehversuchen in unmittelbarer Nähe zum Bett. Deshalb erscheint der Einsatz eines Sturzpräventionssystems sinnvoll. Eine mögliche technische Lösung einer Sturzprävention entstand in den letzten Jahren an der Technischen Universität Braunschweig. Das INBED-System (Inexpensive Node for Bed-Exit-Detection) ist an die Bedingungen und Herausforderungen des pflegerischen Alltags angepasst.

Ziel: Das Ziel der geplanten Studie ist es, zu validieren ob das entwickelte INBED-System eine signifikante Verringerung der Sturzhäufigkeit auf einer geriatrischen Station bewirken kann.

Methode: Es handelt sich um eine prospektive, multizentrische, randomisierte, kontrollierte, klinische Interventionsstudie. Die Besonderheit dieser Studie ist die Art der Randomisierung der Probanden. Während der Studienlaufzeit erfolgt die automatisierte Zuteilung der Probandennächte auf die beiden Gruppen in gleichlangen Randomisierungsblöcken. Durch die Randomisierungsblöcke soll mit entsprechender Laufzeit eine möglichst gute Gleichverteilung auf die beiden Studiengruppen für jeden Probanden gegeben sein. Für die Studie sind alle Probanden, unabhängig der aktuellen Gruppenzugehörigkeit, mit einem INBED-Wearable ausgestattet, jedoch ist nur in der Interventionsgruppe die Aufsteherkennung aktiv. Durch diese Art der Randomisierung ist neben einem inter-individuellen auch ein intra-individueller Vergleich der Probanden möglich. Diese spezielle Art der Randomisierung verbessert die Strukturgleichheit der Studiengruppen trotz der sehr heterogenen geriatrischen Patienten.

Diskussion: Es sollen die Funktionsweise sowie die besonderen Aspekte des Studienplans vorgestellt werden. Darunter fallen unter anderem das Randomisierungsverfahren, mit der intra-individuellen Randomisierung und den dazugehörigen Randomisierungsblöcken. Weiterhin ist das Studienende nicht wie gewöhnlich durch die Anzahl der teilnehmenden Patienten bestimmt, sondern durch die Anzahl der im Studienrahmen erfassten Stürze. Durch das Studienkonzept sollen valide Aussagen über die Sturzreduktionseigenschaften von Präventionssystemen auf geriatrischen Stationen gewonnen werden.

15:45
Standardized and quantitative cerebral magnetic resonance imaging in geriatric patients: presentation of study protocol
P051 

M. Weiß, M. Kress, M. A. Hobert, S. Mätzold, J. Geritz, O. Jansen, S. Wolff, C. Riedel, O. Granert, W. Maetzler; Kiel

Background: Change of the brain structures is commonly associated with physiological and pathological aging processes. For example, recent studies found interactions of age and White Matter Changes (WMC) in Parkinson patients that are associated with impairment of gait and executive dysfunction. However, literature about specific brain atrophy and WMC patterns in association with multimorbidity during aging is not well investigated.

Methods:ComOn is a multi-center study led by Kiel University Hospital,  aiming at including 1,000 geriatric patients. Subjects are clinically assessed at admission and discharge using  a comprehensive quantitative standardized wearables-based assessment of gait, balance and gait capacity and specific cognitive functions. Moreover, the measurement includes evaluation of, e.g., sarcopenia and frailty. A subgroup of this sample will undergo a standardized structural MRI scan protocol including three-dimensional measurements of T1-weighted gradient-echo imaging, T2-weighted (T2w) fluid-attenuated inversion recovery (FLAIR), susceptibility-weighted imaging and diffusion tensor imaging.

Results: The protocol will allow for highly standardized volumetric and region-specific analysis of atrophy and WMC, as well as evaluation of further pathologies including microbleeds and hemosiderin deposits. These MRI results will be correlated with the exhaustive database including semiquantitative and quantitative clinical, demographic and biochemical parameters. Currently, 200 patients are included in the overall ComOn study, and standardized MRI scans of the first dozen of participants have been acquired and pre-processed.

Outlook: This is, to our best knowledge, the first large prospective and standardized cerebral MRI-based quantitative evaluation of geriatric conditions with the potential to associate brain pathology with a plethora of markers for diagnosis of age-related conditions and treatment thereof.

15:45
Funktionelle Charakteristika osteosarkopener Krankenhauspatienten
P052 

J. Reiß, B. Iglseder, P. Dovjak, I. Pfaffinger, M. Kreutzer, C. Pirich, H. Kässmann, R. Reiter; Salzburg/A, Gmunden/A

Fragestellung: Unter dem Begriff Osteosarkopenie (OSP) werden vermehrt gemeinsame Ursachen und Pathomechanismen von Osteoporose (OP) und Sarkopenie (SP) sowie deren Interaktion in Hinblick auf negative gesundheitliche Outcomes reflektiert. Wir untersuchten, welche klinischen Charakteristika osteosarkopene Krankenhauspatienten aufweisen.

Methoden: Aus der ,SArcopenia in Geriatric Elderly´ (SAGE) Querschnitts-Studie liegt ein Datensatz von 141 geriatrischen Krankenhauspatienten (84 Frauen, 57 Männer; mittleres Alter 80.6+5.5) vor, der neben einer Osteoporose- (WHO-Kriterien) und Sarkopeniediagnostik (EWGSOP-Kriterien) auch funktionelle und nutritive Assessmentparameter umfaßt. In einer post-hoc Analyse wurde untersucht, ob sich abhängig vom Vorliegen von OP (n=39), SP (n=42) bzw. OSP (OP und SP, n=20) Unterschiede hinsichtlich Funktions- und Ernährungszustand im geriatrischen Assessment ergeben. Für merkmalsassoziierte Häufigkeiten wurde die Odds Ratio errechnet, zur Überprüfung der Signifikanz quantitativer Unterschiede wurde Students t test verwandt.

Ergebnisse: SP und OSP wiesen bzgl. Alter, Komorbidität und Anzahl der Medikamente keine signifikanten Unterschiede zur Referenzgruppe (RG: weder OP noch SP, n=80) auf, OP Patienten waren gegenüber RG etwas älter (82,3+5,5 vs. 79,6+3,2; p<0.05). Die Odds ratio und 95%-Konvidenzintervalle für pathologische Assessmentergebnisse waren wie folgt: Mini nutritional assessment (MNA<17): OP 2,28; 1,06-4,89, SP 3,14; 1,39-7,10 und OSP 5,57; 1,55-20,01. Gehgeschwindigkeit (GS<0,8 m/s): OP 3,01; 1,34-6,78, SP 7,36; 2,66-20,32; OSP 7,75; 1,72-34,89. Handkraft (HG<20kg (f), <30kg(m)): OP 4,52; 2,04-10,05, SP 3,79; 1,70-8,44, OSP 3,72; 1,27-10,89. Barthelindex (BI<70): OP 1,58; 0,76-3,26 (n.s.), SP 3,10; 1,42-6,73, OSP 4,12; 1,41-12,06. Der MNA (short form) Score war signifikant niedriger für OSP (8.50+2.53) gegenüber isolierter OP (n=22; 10.77+2.25, p<0,01) und isolierter SP (n=19; 10.21+2.02, p<0,05), während im funktionellen Assessment keine Unterschiede zwischen OSP und SP bzw. OP nachweisbar waren.

Zusammenfassung: Osteoporotische, sarkopene und osteosarkopene Patienten weisen im Vergleich zu Knochen- und Muskelgesunden gehäuft funktionelle und nutritive Defizite auf. Der Ernährungzustand osteosarkopener Patienten ist signifikant schlechter als bei isolierter Osteoporose oder Sarkopenie.

15:45
Reliability of mobility measures in older medical patients with cognitive impairment
P053 

T. Braun, C. Thiel, R.-J. Schulz, C. Grüneberg; Bochum, Köln

Background: Mobility is a key indicator of physical functioning in older people, but there is limited evidence of reliability of mobility measures in older people with cognitive impairment. The aim of this study was to examine the test-retest reliability and measurement error of measurement instruments of mobility and physical functioning in older patients with dementia, delirium or other cognitive impairment.

Methods: A cross-sectional study was performed in a geriatric hospital (trial registration: DRKS00005591). Older acute medical patients with cognitive impairment, indicated by a Mini Mental State Examination (MMSE) score ≤24 points, were assessed twice within one day by a trained physiotherapist.

The following instruments were applied: de Morton Mobility Index, Hierarchical Assessment of Balance and Mobility, Performance Oriented Mobility Assessment, Short Physical Performance Battery, 4-meter gait speed, 5x chair rise test, 2-minute walk test, timed up and go test, Barthel Index mobility subscale and Functional Ambulation Categories.

As appropriate, the intraclass correlation coefficient (ICC), Cohen’s kappa, standard error of measurement, limits of agreement and minimal detectable change (MDC) values were estimated.

Results: Sixty-five older acute medical patients with cognitive impairment participated (mean age 82 ± 7 years; mean MMSE: 20 ± 4, range: 10 to 24 points). Some participants were physically or cognitively unable to perform the gait speed, 2-minute walk (both 46%), timed up and go (51%), and chair rise (75%) tests.

ICC and kappa values were above 0.9 in all instruments except for gait speed (ICC=0.86) and chair rise (ICC=0.72) measures. The absolute limits of agreement ranged from 11% (de Morton Mobility Index and Hierarchical Assessment of Balance and Mobility) to 42% (Short Physical Performance Battery).

Conclusions: The test-retest reliability is sufficient (>0.7) for group-comparisons in all examined instruments. Most mobility measurements have limited use for individual monitoring of mobility over time in older hospital patients with cognitive impairment because of large measurement error (>20% of scale width), even though relative reliability estimations seem sufficient (>0.9) for this purpose.

15:45
Quantitative evaluation of treatment effectiveness in 1000 geriatric patients with cognitive and motor deficits-The prospective multi-center COgnitive and Motor interaction in Older populatioNs (ComOn) study
P054 

J. Geritz, S. Mätzold, I. Barcelos, T. Bartsch, D. Berg, L. M. Bergeest, P. Bergmann, R. Bouça-Machado, M. F. Corrà, M. Elshehabi, J. Ferreira, A. Friederich, O. Granert, S. Heinzel, M. Hofmann, B. L. Jemlich, M. Heller, M. A. Hobert, L. Kerkmann, M. Kress, J. Kudelka, R. Kurth, C. Maetzler, L. Maia, M. Moscovich, M. H. Pham, A. Pilotto, C. Riedel, E. Schanz, M. Steffen, M. Thieves, S. Ullrich, P. P. Urban, N. Vila-Chã , M. Weiß, A. Wiegard, E. Warmerdam, C. Hansen, W. Maetzler; Kiel, Curitiba/BR, Torres Vedras/P, Porto/P, Magdeburg, Brescia/I, Hamburg

Reduced mobility and motor impairment are main factors contributing to decreased quality of life in older adults. Geriatric patients are particularly affected. Recent studies indicate a close interaction between reduced mobility, motor impairment and specific cognitive deficits. Geriatric treatment may have the potential to substantially relieve these symptoms. Hence, a comprehensive diagnostic process as well as an objective and quantitative evaluation of treatment effectiveness of all these symptoms is required urgently but not yet available.

The study, currently performed in academic and non-academic hospitals in Kiel, Hamburg, Brescia, Lisbon, Porto and Curitiba, will include 1000 geriatric inpatients until the end of 2019. The aim of this project is to explore new diagnostic and treatment-relevant prognostic motor and cognitive biomarkers in geriatric patients. In order to this mobility deficits, motor impairment and specific cognitive deficits will be assessed at admission and discharge of an inpatient stay for treatment optimization. The assessment, primarily quantitative and harmonized across all centers, covers a comprehensive medical history, clinical examination, wearables-based assessment of gait, balance and transfer capabilities, standardized neuropsychological tests, evaluation of frailty and sarcopenia, and questionnaires for the assessment of behavioral deficits, activities of daily living, fear of falling and dysphagia. Moreover, a subgroup will undergo structural MRI imaging and unsupervised home-based assessment with wearables.

In summary, this multi-center study will provide a comprehensive overview of promising diagnostic and prognostic markers of mobility and motor impairment as well as cognitive deficits with relevance for treatment in a large cohort of geriatric patients. The results of the study will contribute to enhance understanding of the complex interactions of those symptoms and the effect of treatment thereof.

 

Posterhinweis

Bitte erstellen Sie das Poster in folgendem Format:
120 cm × 90 cm (~ DIN A 0, Hochformat)

Für jedes Poster wird es vor Ort eine eigene Posterwand und an der Registrierung ausreichend Befestigungsmaterial geben. Eigenes Befestigungsmaterial ist nicht gestattet.

Geführte Postersession:
Freitag, 07.09.2018 15:45 - 17:00 Uhr

Wir bitten alle Posterautoren sich an ihrem Poster für Fragen bereit zu halten. Die Poster werden während des gesamten Kongresszeitraums ausgestellt sein.

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