Donnerstag, 06.09.2018
13:45 - 15:15
Seminarraum 22
S112
Mapping Age – Räumliche Anordnungen des Alter(n)s

Moderation: A. S. Richter, Berlin; G. Höppner, München

Räume des Alter(n)s spielen in der gerontologischen Forschung unter den Vorzeichen des „ageing in place“ eine zentrale Rolle. Im Kern dieser Diskussion stand dabei lange die Ermöglichung eines möglichst langen Lebens im eigenen Haushalt und in einer bekannten Umgebung. Vor diesem Hintergrund spielt auch die Digitalisierung und Technisierung von Wohnräumen (z.B. Ambient Assisted Living-Technologien) eine wachsende Rolle.

Räume wurden dabei lange als Umweltbedingungen verstanden, die quasi von außen das Wohlbefinden im Alter positiv oder negativ beeinflussen (vgl. etwa Wahl & Oswald 2010). Diese Vorstellung stellt das Symposium in Frage. Diskutiert werden soll, inwieweit Räume auf vielfältige Weise in die Alltagspraxen älterer Menschen einbezogen, in ihnen reproduziert oder transformiert werden. Aus dieser Perspektive wird eine theoretische Neuausrichtung des analytischen Blicks auf die Räume des Alter(n)s notwendig, die Räume nicht als ein ‚Außen‘ des Alter(n)s konzeptualisiert, sondern als dessen konstitutiver Bestandteil. Räume sind dabei immer zugleich dinglich-materielle Anordnungen sowie affektive und psychosoziale Möglichkeitsstrukturen.

Vor dem Hintergrund einer solchen theoretischen Grundlage möchten wir in diesem Symposium den gerontologischen Blick auf die Räume des Älterwerdens erweiterten und fragen: Wie werden Räume in Praktiken älterer Menschen hergestellt und wie stellen sie ihrerseits Alter(n) her? Wie stabilisieren und modifizieren Anordnungen von Körpern und Artefakten in unterschiedlichen Räumen Vorstellungen von Alter(n), inwieweit entsteht in diesen Anordnungen eine Vielfalt von Alter(n)? Wie werden räumliche Aspekte in die Verhandlung des Alters mit einbezogen? Wie schaffen und bedingen sich Räume und das Alter(n) gegenseitig?

Ziel der Session ist es, praxeologische Alter(n)skonzepte in Bezug auf aktuelle Raum- und Techniktheorien zu spezifizieren, um auf diese Weise ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, wie das Alter(n) durch räumliche Flächen, deren Begrenzungen und Materialitäten hergestellt wird und wie sich räumliche (Neu)anordnungen zu Wahrnehmung und Erleben des Älterwerdens verhalten.

13:45
„Jetzt haben wir nur mehr Beton und Ausländer” - Raumaneignungs- und Distinktionspraktiken in deprivierten Nachbarschaften
S111-1 

A. Wanka; Frankfurt a. M.

14:05
„Und wenn wir alle zusammenziehen?” - Übergänge in gemeinschaftliche Mehrgenerationenwohnprojekte
S111-2 

H. Müller; Frankfurt a. M.

14:25
Die Verschränkung von Alter und Raum in kulturellen Bildungsangeboten: Über die räumliche Strukturierung von (aktivem) Alter(n) am Schauspielhaus und auf der Alm
S111-3 

V. Gallistl, V. Parisot; Wien/A

14:45
Doing Independence: Praktiken der Selbstständigkeit und ihre Bedeutung für die Wohnbedürfnisse und -vorstellungen im Alter
S111-4 

R. Rohner, Wien/A

Diskutant: F. Oswald, Frankfurt a. M.

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