Donnerstag, 06.09.2018
15:30 - 17:00
Hörsaal A2
S203
Managementansätze und deren Umsetzung zur Steigerung der Versorgungs- und Lebensqualität einer alternden Gesellschaft

Moderation: A. S. Esslinger, Fulda; H. Truckenbrodt, Würzburg

Im ersten Teil des Symposiums erfolgen Beiträge zur Gesunderhaltung älter werdender Belegschaften in Gesundheitsorganisationen. Hierbei wird auf den Stellenwert der Führung innerhalb des Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) als Managementansatz eingegangen. BGM wirkt dem Führungskräftemangel entgegen und hat positive Effekte für alternde Belegschaften. Im zweiten Teil sind kooperative Managementansätze der Versorgung zentral, die den Herausforderungen an eine medizinische und pflegerische Versorgung älter werdender Menschen Rechnung tragen.

Die konzeptionelle Einführung in die Thematik „Gesundes Führen“ und die Schaffung eines klaren Bezugsrahmens ist Ziel des ersten Beitrags. Im Best Practice Case (Betrachtung von 2015-heute) wird vorgestellt, Transformationales Führen gelingen kann. Hierzu erfolgten methodisch qualitative Gruppendiskussionen und eine quantitative Mitarbeiterbefragung (Vollerhebung) in einer Einrichtung der stationären Altenhilfe mit knapp 200 Bewohnerinnen und Bewohnern. Inwieweit sich transformationales Führen bereits im pflegerischen Bereich in deutschen Krankenhäusern durchgesetzt hat, schildert Beitrag 3. Die Ergebnisse einer deutschlandweit durchgeführten Online-Befragung zum Thema Führung werden vorgestellt und diskutiert.

Die hausärztliche Versorgung in Langzeitpflegeeinrichtungen ist nach wie vor nicht optimal. Im Beitrag 4 wird am Praxisbeispiel berichtet, wie sich innerhalb der letzten vier Jahre auf Basis eines Versorgungsvertrags die Versorgung verbessert hat. Hierbei werden neben organisationalen Aspekten auch medizinische Outcomes auf Basis der Bewohnerdaten analysiert, die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert. Schließlich wird auf Erfolgsfaktoren und Herausforderungen kooperativen Handelns hingewiesen. Die hausärztliche Versorgung älter werdender Menschen im ländlichen Raum wird in Beitrag 5 thematisiert. Eine mögliche Form den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, ist der Einsatz von VERAHS, die im Rahmen der Delegation die Ärzteschaft entlasten und Nutzen schaffen. Allerdings sind solche Delegationsmodelle nicht einfach umzusetzen und es bedarf der Berücksichtigung einer Reihe von Aspekten in der ärztlichen Praxis, damit das Modell erfolgreich funktioniert. Im Rahmen einer qualitativen Erhebung wurden Arztpraxen im Landkreis Bischofsheim/Rhön zu ihren Kenntnissen und Erfahrungen der Möglichkeiten des Einsatzes von Versorgungsassistenzkräften befragt.

15:30
Bedeutung Gesunden Führens in Gesundheitseinrichtungen vor dem Hintergrund der demografischen Herausforderungen
S203-1 

A. S. Esslinger, H. Truckenbrodt; Nürnberg, Würzburg

Fachkräftemangel, alternde Belegschaften, physische und psychische Belastungen, komplexer werdende Patientenprofile, schlechte Arbeitsbedingungen und zu geringe gesellschaftliche Anerkennung. Denkt man an Menschen die in Versorgungseinrichtungen des Gesundheitswesens arbeiten, fallen einem sofort eine Vielzahl von Herausforderungen ein, die mit der Tätigkeit an sich zu tun haben.

In diesem Beitrag soll die Vielfalt der Herausforderungen in einen systematischen Gesamtkontext gesetzt werden. Der aufzuspannende Bezugsrahmen ist das Gesunde Führen als ein sehr wesentlicher Aspekt des Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). Es handelt sich um einen konzeptionellen Beitrag der auch den Rahmen für die beiden sich anschließenden Vorträge bieten soll.

Es wird Verständnis geschaffen für die Potenziale und Nutzen eines gelungenen BGM. Es werden exemplarische Schritte aufgezeigt, die in Gesundheitseinrichtungen unternommen werden und es wird vor allem auf die Frage gelungener Führung eingegangen. Hierbei wird ein kleiner Exkurs zum Magnetmodell aus dem klinischen Bereich der USA vorgenommen, welches zumindest partiell in deutschen Einrichtungen als Lösungsansatz gelten kann. Dies insbesondere deshalb, weil es an den Potenzialen mit Fähigkeiten und Kompetenzen der Belegschaft sowie Einstellungen von Vorgesetzten ansetzt und eine wertschätzende und anerkennende Form des Umgangs miteinander beinhaltet.

15:45
Transformationales Führen in der stationären Altenpflege: Voraussetzungen und Umsetzung
S203-2 

B. Heyden, M. Zwick, A. S. Esslinger; Fulda, Aalen, Nürnberg

Die Rolle des Führungsstils nimmt ohne Frage Einfluss auf die Performance der Mitarbeitenden in Einrichtungen. Einen transformationalen Führungsstil anzustreben und umzusetzen kann vorteilhaft sein, weil er an der Sinnhaftigkeit des Handels ansetzt und die intrinsische Motivation der Belegschaft stärken soll.

Der Beitrag thematisiert diese reflexive Form des Führens in einem Best Practice Beispiel der stationären Altenhilfe. Es werden die strategische Dimension sowie die erforderlichen Maßnahmen der Entwicklung und Umsetzung eines gelungenen Führungskonzeptes beschrieben, indem die Einrichtung (knapp 200 Bewohnerinnen und Bewohner) seit mehreren Jahren wissenschaftlich begleitet wird.

In diese Längsschnittbetrachtung die seit 2015 bis heute andauert fanden diverse qualitative Gruppengespräche sowie eine quantitative Befragung (Vollerhebung) statt, um den Status Quo im Hinblick auf das Führungsverständnis und die Erfordernisse an einen Wandel zu ermitteln. Zudem erfolgen Umsetzungsschritte der neuen Führung. Zwischenzeitlich soll auf Trägerebene das Konzept zur Umsetzung gelangen, so dass die Best Practice Einrichtung als erfolgreiches Pilotprojekt gelten kann. Es wird über den Weg des Organisationalen Wandels berichtet und es werden hierbei insbesondere Erfolgsfaktoren und Hemmnisse herausgearbeitet.

16:00
Transformationales Führen im Krankenhaus: Standortbestimmung bei Führungskräften in der Pflege
S203-3 

A.-C. Wilker, A.-L. Katschmanowski, A. S. Esslinger; Fulda, Nürnberg

Transformationales Führen kann insbesondere im klinischen Bereich einen Mehrwert schaffen, weil die spezifischen Anforderungen an die heterogene Belegschaft mit ihren jeweils berufsspezifischen Merkmalen einen entsprechenden Umgang miteinander erfordert. Gerade die Gruppe der Pflegekräfte ist zahlenmäßig am größten und ihre Struktur, Prozess- und Ergebnisqualität essenziel für ein gelungenes Outcome der Gesamtversorgung.

Wie der Stand der bewussten Führung in der Pflege im Krankenhaus ist, wird anhand einer empirischen Analyse ermittelt. Hierbei erfolgte eine standardisierte web-basierte Befragung der Pflegekräfte mit Führungsverantwortung in deutschen Krankenhäusern im Zeitraum vom 16.04.-08.05.2018.

Es sollte ermittelt werden, welches Bewusstsein im Hinblick auf Führung generell vorhanden ist, welche Art der Führung vorrangig gelebt wird und welche Einschätzungen Führungskräfte gegenüber der Führungsthematik und ihrer Bedeutung für eine gelungene Versorgung haben. Hierbei sollte auch unterschieden werden zwischen strukturellen Merkmalen, wie Krankenhäuser unterschiedlicher Trägerstrukturen (privatwirtschaftlich, öffentlich, gemeinwohlorientiert), Größe und Mitarbeiterzahl. Die Ergebnisse werden analysiert, präsentiert und zur Diskussion gestellt.

16:15
VERAH als unterstützende Form der Versogung für Hausarztpraxen im ländlichen Raum und Anforderungen an die Praxisorganisation
S203-4 

S. Rahm, A. S. Esslinger; Fulda, Nürnberg

Die hausärztliche Versorgung stellt gerade auch im ländlichen Raum eine zunehmende Herausforderung dar. Eine mögliche Form den Anforderungen gerecht zu werden, ist der Einsatz von VERAHS, die im Rahmen der Delegation die Ärzteschaft entlasten und Nutzen schaffen. Allerdings sind solche Deleagtionsmodelle nicht einfach umzusetzen und es bedarf der Berücksichtigung einer Reihe von Aspekten in der ärztlichen Praxis, dass das Modell erfolgreich funktioniert.

Im Rahmen einer qualitativen Erhebung wurden Arztpraxen im Landkreis Bischofsheim/Rhön zu ihren Kenntnissen und Erfahrungen der Möglichkeiten des Einsatzes von Versorgungsassistenzkräften durch leitfadengestützte qualitative Interviews befragt. Neben der Frage des Einsatzes an sich war vor allem von Interesse, was die Beschäftigung einer entsprechenden Kraft für die Organisation (Strukturen und Prozesse sowie alle Organisationsmitlieder) bedeutet.

16:30
Hausärztliche Versorgung in der stationären Altenpflege: Veränderungen und Nutzendiskussion
S203-5 

B. Heyden, M. Zwick, A. S. Esslinger; Fulda, Aalen, Nürnberg

Die hausärztliche Versorgung in Langzeitpflegeeinrichtungen ist nach wie vor noch nicht optimal. Es müssen auch heute noch Konzepte erarbeitet und umgesetzt werden, die hier Verbesserungen ermöglichen.

In diesem Beitrag wird anhand eines Praxisbeispiels aufgezeigt, was sich innerhalb der letzten vier Jahre getan hat. In aller Kürze wird aufgezeigt, wie es zu einem gemeinsamen Versorgungsvertrag kam. Es wird ausführlicher auf die Bausteine eingegangen und berichtet wie seine Umsetzung erfolgt und anhand erster Datenanalysen untersucht, ob er wirksam ist.

Es kann festgestellt werden, dass die Zufriedenheit aller teilnehmenden Akteure zugenommen hat. Die Einweisungsraten in das nahe gelegene Krankenhaus konnte im Vergleich zu der Zeit ohne Kooperationsvertrag reduziert werden. Es zeigt sich zudem, dass die Gruppe der im Vertrag eingeschriebenen Bewohner gesundheitlich mehr profitieren als die der nicht eingeschriebenen. Schließlich wird auf Erfolgsfaktoren und Herausforderungen hingewiesen. 

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