Samstag, 08.09.2018
08:30 - 10:00
Hörsaal D
S604
Interdisziplinäres Symposium Alterszahnmedizin und Geriatrie - Studienvorstellung

Moderation: G. Röhrig-Herzog, Köln; A. G. Barbe, Köln

Die Prävalenz von Stürzen steigt mit höherem Lebensalter, wobei der altersbedingte Verlust an Muskelmasse und Muskelfunktion (Sarkopenie) einen wesentlichen Risikofaktor für Stürze darstellt (Schoene D et al 2017). Sarkopenie steht auch in engem Zusammenhang mit Dysphagie (Maeda K et al. 2016) und eingeschränkter Kaufunktion (Takagi D et al. 2017). Mundgesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung für eine intakte Kaufunktion im Alter. Die Zusammenhänge zwischen Kaufunktion, Malnutrition und Sarkopenie konnten bereits wissenschaftlich belegt werden: Eine eingeschränkte Kaufunktion führt zu einer mangelhaften Nahrungsaufnahme und damit zu einer defizitären Ernährung, da bestimmte Nahrungsmittel nicht oder nur unzureichend die orale Phase der Nahrungsaufnahme passieren können. Dies kann zu gastrointestinalen Beschwerden und Mangelernährung führen (Altenhoevel et al. 2012). Ein mangelhafter Ernährungsstatus geht oft mit einer katabolen Stoffwechselsituation einher, die zum Ausgleich der Energiegewinnung Muskelprotein heranzieht was zu einem sukzessiven Muskelabbau führt, der den ohnehin altersbedingten Abbau der Muskelmasse (Sarkopenie) zusätzlich fördert (Hu X et al. 2017). Eine Muskelkraftminderung ist sowohl direkt als auch indirekt über eine reduzierte Mobilität mit einer erhöhten Sturzprävalenz verbunden (Schoene et al 2017). Bis heute ist jedoch unklar, in wie fern auch ein direkter Zusammenhang besteht zwischen verschiedenen Parametern der oralen Gesundheit wie z. Bsp. Kaufunktion und Sturzprävalenz. In der hier vorgestellten interdisziplinären, kontrollierten klinischen Studie wurde neben geriatrischen Assessment- und Laborparametern auch ein umfassender Befund der Mundgesundheit und der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität von geriatrischen Sturzpatienten erhoben, um dieses spezielle Patientenkollektiv interdisziplinär besser zu charakterisieren. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Risikofaktoren zu identifizieren, die bei der interdisziplinären Zusammenarbeit die ganzheitliche geriatrisch-alterszahnmedizinische Erfassung von Sturzpatienten erleichtern sollen. Zudem soll es die Aufmerksamkeit im jeweils anderen Fachgebiet schärfen, auch für Problematiken aus anderen Gebieten, die aber Einfluss haben auf den eigenen Fachbereich. Langfristig wird durch frühzeitige Überweisung an die jeweils andere Fachdisziplin ein präventiver Effekt erwartet, der die Gesundheit und Lebensqualität von älteren Sturzpatienten verbessern soll.

08:30
Mundgesundheit bei geriatrischen Sturzpatienten - Einführung in die Problematik Warum sind interdisziplinäre Studien wichtig- zahnmedizinische Sicht
S604-1 

A. G. Barbe; Köln

08:50
Praktische Erfahrungen in Hinblick auf Studienteilnahme und Mundgesundheit aus dem geriatrischen Klinikalltag
S604-2 

M. Bussmann; Köln

09:10
Mundgesundheit und geriatrisches Assessment - erste Studienergebnisse
S604-3 

G. Röhrig-Herzog; Köln

09:30
Public Health relevante Aspekte einer interdisziplinären geriatrisch-alterszahnmedizinischen Zusammenarbeit
S604-4 

P. Schmidt; Bremen

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