Samstag, 08.09.2018
08:30 - 10:00
Hörsaal C
S602
Demenz-Sorge im Wandel: Kritischer Blick auf kritische Entwicklungen

Moderation: B. Plemper, Hamburg

Symposium des fachübergreifenden Ausschusses Kritische Gerontologie der DGGG

Der Blick auf Sorgearrangements verrät vieles über gesellschaftliche Zusammenhänge, bestehende Macht- und Selbstverhältnisse: Wie wollen wir für uns selbst und Andere sorgen. Im Kontext der Demenz spitzen sich diese Fragen allerdings noch zu: Das autonome Selbst wird durch die Kategorie ‚dement‘ zu einem für die Gesellschaft anderen Menschen; sein Verhalten sträubt sich gegen jedwede Normalisierungs- und Aktivierungsversuche und er ist substanziell auf Hilfe anderer Menschen angewiesen. Viele der bisherigen Antworten auf diese Herausforderungen werden immer öfter als unerträglich kritisiert: Aus der Perspektive der Betroffenen, die angemessene Hilfe vermissen; aus der Sicht der Angehörigen, die sich der Gefahr aussetzen sich gesundheitlich und sozial zu ruinieren und aus Teilen der professionellen Pflege, die zunehmend zu einer ausgebeuteten Klasse wird.

Vor diesem Hintergrund haben sich mittlerweile neue politische und gemeinschaftliche Modelle der Demenz-Sorge entwickelt, die Antworten auf die Abhängigkeit und Vulnerabilität der Demenzbetroffenen suchen. Was bei all dem jedoch offen bleibt, ist, ob diese neuen Bewältigungsformen jenseits von traditionellen Mustern der Ungleichheit, Individualisierung, Diskriminierung und neoliberaler Logiken angesiedelt sind.

Das Symposium „Demenz-Sorge im Wandel: Kritischer Blick auf kritische Entwicklungen“ verortet sich genau in jenen Schnittbereich von innovativen Modellen der Demenz-Sorge, deren Herausforderungen und deren mögliche Fallstricke. Dazu möchten wir die Versuche und Anstrengungen, die bereits vielfach unternommen wurden, anhand der verschiedenen Beiträge (zur Demenzfreundlichen Kommune, Demenznetzwerken sowie professionelle Demenz-Sorge) aufzeigen und kritisch diskutieren. Im Fokus stehen dabei Fragen wie: Welche kollektiven Bewältigungsformen gibt es, wie werden sie organisiert, welche Potentiale und Grenzen haben sie und wie stehen sie in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang.

08:30
Umbrüche in der Demenz-Sorgearbeit. Alte und neue Ungleichheiten
S602-1 

K. Rink; Bielefeld

08:50
Unterwegs zu Demenzfreundlichen Kommunen?
S602-2 

V. Rothe; Gießen

09:10
”Demenzfreundliches Moosburg”- Projekt gegen die Exklusion und Skandalisierung von herausfordernden Beinträchtigungsformen im Gemeindealltag
S602-3 

K. Brauer, G. Hagendorfer-Jauk; Feldkirchen/A

09:30
„Allein geht es nicht - und zusammen? Demenzfreundliche Kommunen, Demenznetzwerke und andere gemeinschaftliche Bewältigungsformen in der Kritik”
S602-4 

A. Newerla; Gießen

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