Freitag, 07.09.2018
17:30 - 19:00
Seminarraum 16
S510
Das Alter(n) in einer sich digitalisierenden Welt: Chancen, Gefahren, Steuerungsmöglichkeiten

Moderation: H. Künemund, Vechta; K. Schroeter, Olten/CH

Die Aufmerksamkeit für das Thema Alter und Technik nimmt weiter zu, Begeisterung oder zumindest Hoffnung dominieren, aber auch kritische Stimmen und Szenarien werden häufiger. Aus den Ingenieurswissenschaften heraus müssen optimistische Szenarien nicht überraschen, aber auch aus der Gerontologie heraus sind Positionierungen zu vernehmen, die hier relative klar Stellung beziehen (z.B. Nehmer et al. 2010: "Aging and Technology - Friends, not Foes"). Gegen solche einseitige Positionierungen hatten schon Horkheimer und Adorno in ihrer Dialektik der Aufklärung (1971: 8) eingewendet, Technik "ist so demokratisch wie das Wirtschaftssystem, mit dem sie sich entfaltet" - insofern wäre eine kritische Thematisierung der Digitalisierung nicht mit Technikfeindlichkeit in Verbindung zu bringen, sondern eine Notwendigkeit, und dies umso mehr, als es beim Thema Alter(n) immer auch um vulnerable Menschen und fragile Situationen geht.

Lässt sich aber eine Zukunft denken, die als Idealbild (oder auch als Schreckgespenst) die Technikentwicklung anleitet? Werden neue Technologien für das Alter (oder gegen das Altern?) überhaupt faktisch so entwickelt, dass  Idealbilder umgesetzt oder Schreckgespenster vermieden werden? Und wie arrangieren sich die Nutzer mit den neuen Möglichkeiten, in welcher Weise geschieht diese sozial differenziert? Oder muss die Gerontologie auch in diesem Feld auf Ambivalenzen und Fehlentwicklungen hinweisen, also als wohlverstandene kritische Gerontologie Chancen, Gefahren und Steuerungsmöglichkeiten interdisziplinär herausarbeiten? Die Beiträge in diesem Symposion thematisieren diese Grundfragen des Alter(n)s in einer sich digitaliserenden Welt.

17:30
Gerontologica Utopia oder Brave New Ageing World? - Gerontologische Utopien und Dystopien (in) einer digitalisierten Alterswelt
S510-1 

K. R. Schroeter; Olten/CH

17:50
Zur Optimierung einer Grauzone - Ethnografische Beobachtungen eines interaktiven Gedächtnistrainings
S510-2 

C. Endter; Hamburg

18:10
Geschlechtsspezifische Arrangements älterer Paare beim alltäglichen Umgang mit Technik
S510-3 

H. Pelizäus-Hoffmeister; Neubiberg

18:30
Brauchen wir eine kritische Technikgerontologie? Grundrisse und Implikationen einer materiellen Praxeologie von Technik und Alter(n)
S510-4 

A. Wanka, V. Gallistl; Frankfurt a. M., Wien/A

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