Symposium Geriatrie
Samstag, 10.09.2016
10:15 - 11:45
Raum Karlsruhe
Symposium der AG Palliativmedizin

Moderation: M. Pfisterer, Darmstadt; D. Lüttje, Osnabrück

10:15
Palliative Sedierungstherapie in der Geriatrie
S423-01 

M. Pfisterer; Darmstadt

10:45
Palliativmedizinische Versorgung von Menschen mit fortgeschrittener Demenz
S423-02 

G. Heusinger von Waldegg; Magdeburg

Unbestritten sind Demenzen nicht kurativ zu behandelnde Erkrankungen mit eingeschränkter Lebenserwartung. Die Zahl der Patienten, die mit einer oder durch eine Demenzerkrankung sterben, wird in Zukunft weiter erheblich steigen. Der palliativmedizinische Versorgungsbedarf von Patienten mit fortgeschrittenen, onkologischen Erkrankungen ist unstrittig. [1] Hingegen stehen der medizinische Bedarf und die Bedürfnisse dementer Menschen in ihrer letzten Lebensphase nicht im Fokus der ärztlichen und pflegerischen Versorgung. Funktionelle und kognitive Einschränkungen, die Kommunikation beeinträchtigen, verhindern die suffiziente Kontrolle von Symptomen, insbesondere Schmerzen, Dyspnoe, Traurigkeit, Unbehagen und Angst. Patienten und Angehörige profitieren von frühzeitig integrierten palliativmedizinischen Behandlungsstrategien. Diese gehören sowohl in der stationären Geriatrie als auch in der stationären Altenpflege als Standard implementiert. [2]

Literatur
[1] van der Steen, Jenny T, Radbruch L, Hertogh, Cees M P M et al. White paper defining optimal palliative care in older people with dementia: a Delphi study and recommendations from the European Association for Palliative Care. Palliat Med; DOI: 10.1177/0269216313493685
[2] Schwermann M, Graf G, Althoff I et al. Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen im hohen Lebensalter in Pflegeeinrichtungen. Palliativmedizin; DOI: 10.1055/s-0032-1327271

11:15
Bedeutung des neuen Hospiz- u. Palliativgesetzes für die Geriatrie - der Palliativdienst im Krankenhaus
S423-03 

F. Ernst; Hamburg

Hintergrund: Die palliative Versorgung geriatrischer Patienten gehört zum fachlichen Selbstverständnis der Geriatrie. In bedingtem Widerspruch hierzu steht eine zunehmende Binnendifferenzierung in ausgewiesene stationäre Bereiche „Palliativer Geriatrie“. Jedoch sollte in allen geriatrischen Krankenhausbereichen neben einer palliativen Basisversorgung im Bedarfsfall auch eine spezialisierte multiprofessionelle Palliativversorgung durch einen Palliativdienst möglich sein. Das neue Hospiz -u. Palliativgesetz fördert die Einrichtung solcher Palliativdienste im Krankenhaus mit einem bereits ab dem Jahr 2017 erlösrelevanten Zusatzentgelt. Die Verhandlungen der Selbstverwaltungspartner zu den erforderlichen Struktur- u. Prozessanforderungen sind abgeschlossen, ein neuer OPS-Kode für den Palliativdienst wurde im Einvernehmen mit der Dt. Gesellschaft für Palliativmedizin vom DIMDI entwickelt.
Ergebnis: Der Palliativdienst ist der spezialisierten Palliativversorgung zuzurechnen und behandelt (geriatrische) Patienten mit einer nicht heilbaren Erkrankung und begrenzten Lebenszeit, die nicht auf eine Palliativstation verlegt werden müssen. Der Palliativdienst ist ein abteilungsübergreifend tätiges und auf die komplexe Palliativbehandlung spezialisiertes multiprofessionelles Team, bestehend aus qualifiziert ärztlichem und pflegerischem Dienst sowie mindestens einer weiteren Berufsgruppe. Die palliativmedizinische Komplexbehandlung durch den Palliativdienst erfolgt in Abstimmung mit der fallführenden Abteilung.
Schlussfolgerung: Der Palliativdienst kann Symptomkontrolle und Lebensqualität verbessern und trägt den oft fluktuierenden Versorgungsanforderungen zwischen allgemeiner und spezialisierter Palliativversorgung Rechnung. Die Einführung von Palliativdiensten stellt die vordringlichste Aufgabe zur Weiterentwicklung palliativer Versorgung auch in geriatrischen Krankenhausabteilungen dar.

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