Poster
Donnerstag, 08.09.2016
14:30 - 15:30
Poster Eyth-Saal
P03
Poster: Training / Mobilität (P021-P032)

Moderation: C. Becker, Stuttgart; J. Bauer, Heidelberg

14:30
Studienprotokoll eines Heimtrainingsprogramms bei Patienten mit kognitiver Einschränkung (HeikE)
P021 

M. Bongartz, R. Beurskens, P. Ullrich, T. Eckert, K. Hauer; Heidelberg

Hintergrund: Der Anteil älterer Menschen in Deutschland wird in den nächsten 25 Jahren auf bis zu 28% ansteigen, wodurch auch der Anteil kognitiv eingeschränkter Personen, die zur stationären Rehabilitation eingewiesen werden, erhöht wird. Diese Bevölkerungsgruppe ist in besonderem Maße von Einschränkungen in der motorischen Leistungsfähigkeit und einem Rückgang der körperlichen Aktivität betroffen. Um dem entgegenzuwirken ist es daher besonders wichtig, zielgruppenspezifische Trainingsprogramme zu entwickeln und umzusetzen.
Methoden: HeikE ist eine randomisierte, kontrollierte Studie, die 101 ältere Patienten beider Geschlechter mit kognitiven Einschränkungen rekrutiert, die entweder einer Interventionsgruppe (IG) oder einer Kontrollgruppe (KG) zugeteilt werden. Die IG erhält ein 12-wöchiges Heimtrainingsprogramm (Kraft- und Gleichgewichtstraining), welches zudem das regelmäßige Absolvieren einer individuellen Gehstrecke enthält. Ausgebildete Trainer leiten die Teilnehmer der IG zur selbstständigen Durchführung des Trainings an. Zur Steigerung der Motivation erhalten die Teilnehmer regelmäßige Hausbesuche, wöchentliche Anrufe, Schrittzähler, Übungsposter, Trainingstagebücher, sowie eine Festlegung von individuellen Trainingszielen. Die KG erhält eine unspezifische Hockergymnastik und allgemeine gesundheitsbezogene Informationen. Vor und nach der Intervention werden die motorische Leistungsfähigkeit mittels „Short Physical Performance Battery“ (SPPB) und die körperliche Aktivität (Liege-, Sitz-, Steh- und Gangepisoden) mittels eines Aktivitätsmonitors (PamSys, BioSensics, Cambridge, MA, USA) gemessen.
Erwartete Ergebnisse und Diskussion: Neben der generellen Durchführbarkeit eines Heimtrainingsprogramms, werden eine Verbesserung der motorischen Leistungsfähigkeit und eine Steigerung der körperlichen Aktivität erwartet. Das Heimtrainingsprogramm soll bei Patienten mit kognitiven Einschränkungen sicher und selbständig durchführbar sein und die motorische Leistungsfähigkeit steigern (d.h. Kraft, Gleichgewicht und Gehfähigkeit verbessern), sowie die körperliche Aktivität erhöhen (d.h. eine Steigerung der Gangepisoden und eine Reduzierung der Liege-/Sitzepisoden).

14:30
Effekte von Kraft- und Gleichgewichtstraining auf die Beinkraftleistung älterer Menschen
P022 

R. Beurskens, T. Mühlbauer, M. Cardinale, U. Granacher; Potsdam, Doha/QAT

Hintergrund: Muskelkraft und Muskelmasse sind mit zunehmendem Alter verringert, was Auswirkungen auf die funktionelle Kapazität und die motorische Leistungsfähigkeit älterer Menschen hat. Um diesen Einschränkungen entgegenzuwirken, bietet sich neben Krafttrainingsprogrammen auch die Durchführung von Gleichgewichtstraining an. Gleichgewichtstraining verbessert neben der posturalen Kontrolle auch die Schnell- und Explosivkraft älterer Menschen, Effekte auf die maximale Kraftfähigkeit sind bisher allerdings wenig dokumentiert und die Ergebnisse nicht eindeutig.
Methoden: Es wurden 53 ältere Personen (66.5 ± 4.9 Jahre) rekrutiert und einer Krafttrainingsgruppe (HRT; n = 19), einer Gleichgewichtstrainingsgruppe (BAL; n = 14) und einer passiven Kontrollgruppe (KG; n = 20) zugeteilt. HRT absolvierte über einen Zeitraum von 13 Wochen (3 Einheiten/Woche) ein maschinengestütztes Training der Beinkraft, während BAL ein Gleichgewichtstraining (u.a. Übungen auf unebenen Untergründen, Tandemstand, Einbeinstand) durchführte. Vor und nach dem Interventionszeitraum wurde die unilaterale und bilaterale maximale Kraft der Beinstrecker isometrisch gemessen.
Ergebnisse: Varianzanalysen mit Messwiederholung zeigten, dass sich unilaterale und bilaterale Maximalkraft sowohl in HRT (8 bis 26%, alle p < .05), als auch in BAL (6 bis 14%, alle p < .05) signifikant steigerte, während dies in KG nicht der Fall war (-4 bis -7%, alle p > .05). Zudem unterschieden sich die Kraftsteigerungen in den beiden Trainingsgruppen nicht voneinander (alle p > .05).
Schlussfolgerung: Es konnte gezeigt werden, dass sowohl Kraft-, als auch Gleichgewichtstraining zu vergleichbaren Steigerungen der maximalen Beinkraft älterer Menschen führt und somit gleichermaßen geeignet sind die Kraftfähigkeit im Alter zu verbessern.

14:30
Das VIVIFrail-Projekt - Ein von der Europäischen Union gefördertes Forschungsvorhaben zur Sturzprophylaxe und Prävention von Gebrechlichkeit bei über 70 Jährigen
P023 

S. Kettner, A. Zeyfang, U. Rissmann, I. Feucht, J. M. Steinacker; Ulm, Stuttgart

Hintergrund: Ziel der Studie ist die Prävention von Gebrechlichkeit („Frailty“) und Vorbeugung von Stürzen bei älter werdenden Menschen über 70 Jahre. Im Fokus stehen dabei die Steigerung bzw. Erhaltung der körperlichen und autonomen Funktionalität und damit verbunden die Förderung der Lebensqualität.
Methodik: Basierend auf einem „Best Practice Model“ wird ein innovatives Schulungsprogramm europaweit entwickelt. Expertenstandards zur Sturzprophylaxe und gesunder Ernährung sowie Konzepte zur Ernährungstherapie, Stoffwechsel- und Diabetesbehandlung werden zusätzlich mit einbezogen. Neben 4 weiteren europäischen Ländern werden die von der Europäischen Union geförderten VIVIFrail-Schulungsprogramme erstmalig in Deutschland im Raum Stuttgart und Ulm angeboten. Bei projektbegleitenden Meetings trägt ein europäisches Expertenkonsortium aus verschiedenen Settings der Altersmedizin maßgeblich zur Entwicklung und Optimierung des “Best Practice Models” bei. Im Vordergrund stehen eine fundierte Wissensvermittlung im geriatrischen Bereich sowie die Vermittlung von praxisnahen Elementen eines Kraft- und Gleichgewichtstrainings.
Ergebnisse: Im Jahr 2016 finden 4 VIVIFrail-Schulungskurse im Rahmen einer jeweils 3-tägigen Schulung mit jeweils 25 Personen in Deutschland statt. Die Zielgruppe sind Pflegefachkräfte (stationäre/ambulante Einrichtungen bzw. Pflegedienste), Auszubildende der Gesundheitsberufe, Anbieter für Seniorensportprogramme sowie alle anderen an der Prävention von Gebrechlichkeit und Stürzen Interessierten. Im Anschluss an das Schulungsprogramm können diese selbstständig zielgruppenspezifische Trainingsgruppen anleiten. Dabei wird das VIVIFrail-Projekt umfassend wissenschaftlich begleitet.
Diskussion und Ausblick: Die Evaluation der VIVIFrail-Schulungsprogramme sowie eine weitere geplante Untersuchung der implementierten Trainingsgruppen sollen die Wirksamkeit des europaweiten “Best Practice Models” überprüfen. Darüber hinaus können diese fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisse Aufschluss darüber geben, inwieweit Projekte zur Prävention von Gebrechlichkeit und der Vermeidung von Stürzen die körperliche Leistungsfähigkeit, die Autonomität und Lebensqualität im Alter adäquat fördern können.

14:30
Recovery after real-world falls - insight into the FARSEEING fall repository.
P024 

L. Schwickert, C. Becker, W. Zijlstra, J. Klenk; Stuttgart, Köln

Background: Falls are a major cause of injury and disability in older people. Beside direct physical and psychological fall consequences the inability to get up after falls in older people is a common reason for loss of independence, severe life threatening conditions or death even (Ryynanen 1992, Gurley 1996, Lord 2001). Only little objective evidence is available for how falls occur and how kinematics of the human body during real-world falls can help to understand and distinguish between events that require an alarm to be sent off or not. One major obstacle to achieving a deeper understanding has been a lack of objective data from real-world fall events. The European FARSEEING project (http://farseeingresearch.eu/) has addressed this lack by compiling a large fall database.
Patients and Methods: Smartphones including inertial sensors were worn in a waist belt at the L5 position by subjects with a known fall history. Several settings and disease groups have been included, mainly geriatric rehabilitation, Parkinson’s disease, cerebellar and sensory ataxia. Signals including successful recovery after real-world falls were selected from the FARSEEING database to describe different patterns of recovery and evaluate thresholds of trunk orientation as well as selected kinematic parameters, such as vertical velocity and acceleration as a basis for further development of detection algorithms.
Results: Fall patterns with directly initiated recovery and prior resting were identified and included into kinematic analysis. The end-point of successful recovery was defined by an upright standing position indicated by a vertical acceleration component roughly at -1g after the impact or resting phase. We will present preliminary results from validated real-world fall events involving qualitative and quantitative parameters extracted from the recovery phase. Measured variables will be further compared to reported information to analyse quality of fall reports.
Conclusion: Analysis of real-world fall signals including recovery will give insight into successful movement patterns and underlying kinematics preventing the common phenomenon of long lies. This information can help to design tailored long-lie prevention interventions and improve fall-detection algorithms.

14:30
GeriLiquid 4.0 Der intersektorale Therapie- und Präventionspfad für geriatrische Risikopatienten
P025 

L. Kasprick, S. Liebmann, S. Feist, K. Zimmer; Leipzig

Ob in der Klinik oder in der Hausarztpraxis, Patienten und ihre Familien benötigen eine individuellen Versorgungs- und Hilfeplanung während des Klinikaufenthaltes zuvor und danach. Je nach Hilfebedarf passt sich der individualisierte Therapiepfad im Versorgungsplan an. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich die Altersstruktur stark verändert. Multimorbidität sowie der Abbau von körperlichen und geistigen Fähigkeiten sind typische Begleiterscheinungen. Oftmals kommt es in Folge dessen zu Unsicherheiten beim Gehen, die Sturzgefahr erhöht sich und es kommt zu Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens. Bereits heute sind mehr als 50% der Patienten in der Akutmedizin und in den Notaufnahmen hochbetagt und multimorbide. Mit der Hochaltrigkeit sind individuelle, komplexe und langandauernde Problemlagen, welche die Autonomie des Patienten bedrohen, verbunden. Die Wahrscheinlichkeit im Alter zu erkranken, ist im Vergleich zu jungen Menschen sehr hoch. Zusätzlich nehmen durch physiologische Altersvorgänge die Einschränkungen in Mobilität und Kognition, z.B. durch Abnahme der Muskelmasse und der Nervenleitgeschwindigkeit, zu. Diese Faktoren sind unmittelbar mit der autonomen Handlung im Alltag des älteren Menschen verknüpft und wirken auf die Lebensqualität während des Krankenhausaufenthaltes und in ihrer Versorgung zu Hause ein. Die Verbesserung der individuellen Lebensqualität ist Ziel der intersektoralen medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Studie. Diese kann bspw. mit einer Erhöhung der Selbsthilfefähigkeit, einer Senkung der Pflegebedürftigkeit oder des Medikamentenverbrauches einhergehen. Ziel des Projektes ist es, den Einfluss von Mobilität und kognitiven Fähigkeiten auf die Lebensqualität von älteren, multimorbiden Patienten auf der akutgeriatrischen Station im Krankenhaus und in Bewegungs- sowie Kognitionsgruppen in der Geriatrischen Schwerpunktpraxis zu untersuchen.

14:30
Sarcopenia and Physical fRailty IN older people: multi-componenT Treatment strategies: die EU Studie SPRINTT
P026 

E. Freiberger, D. Schöne, C. C. Sieber; Nürnberg

Einleitung: Die Gesundheitsversorgung ist aktuell vorab organ-zentriert (ICD-Kodierung). Die singulär indikationsspezifische Orientierung der Gesundheitsversorgung wird, mit zunehmender Bedeutung von chronischen Erkrankungen bei älteren komorbiden Menschen durch den demographischen Wandel, den Anforderungen kaum gerecht werden können. Hier werden innovative Ansätze benötigt, welche systemisch wirken und Risikoprofile verändern. Die aktuelle Evidenz bezüglich gezielter Bewegungs- und Ernährungsinterventionen unterstützt diese Aussage. Betrachtet man sich die bisherigen Studien genauer, fällt jedoch auf, dass der ältere und funktionell eingeschränkte Patient oft fehlt. In letzten Jahren sind die Konstrukte der körperlichen Gebrechlichkeit („frailty“) sowie der altersbezogene Verlust der Muskelmasse („Sarkopenie“) und ihr Einfluß auf die Funktionalität einschließlich der Mobilität vermehrt untersucht worden. Beruhend auf der oben erwähnten Forschungslücke fördert die EU gemeinsam mit Industriepartnern (IMI) das SPRINTT Projekt, eine multizentrische Studie in neun europäischen Ländern. Das Institut für Biomedizin des Alterns ist der deutsche Partner dieses Konsortiums.
Ziele: Mit dem EU-Projekt soll das Paradigma der Identifizierung des „at risk“ selbständigen älteren Menschen überprüft werden. Außerdem sollen innovative therapeutische Ansätze zur Vermeidung von Mobilitätsverlust und physischer Frailty untersucht werden. Nebst klinischen Outcomes sollen auch Bio-Marker identifiziert werden. Das SPRINTT-Projekt bezweckt, auf der Meta-Ebene eine allgemein anerkannte Definition der Sarkopenie und der physischen Frailty zu generieren. Auf der individuellen Ebene sollen entsprechende Screening- Verfahren bei dieser spezifischen Population validiert und durch therapeutische Interventionen der Sarkopenie und physischen Frailty vorgebeugt werden. Ein weiteres Kernelement von SPRINTT ist eine randomisierte und kontrollierte Studie zur Prüfung der Effektivität einer kombinierten Bewegungs- und Ernährungsintervention auf die Vorbeugung von Mobilitätsbehinderung und anderer funktionell relevanter Outcomes.
Ausblick: In dem Beitrag wird das SPRINTT Projekt im Design und Methoden vorgestellt, wie auch dessen Stellenwert innerhalb der internationalen Forschungslandschaft.

14:30
Erkennen von Routinehandlungen im Alltag - Erste Erfahrungen in der ERED-Studie
P027 

D. Händler-Schuster, N. Zigan, P. Baumann, A. Heinzelmann, L. Imhof; Winterthur/CH

Hintergrund: Nur wenige Technologien zur Aktivitäts- und Notfallerkennung können auf Basis der bereits bestehenden häuslichen Infrastruktur integriert werden, welche das Potenzial haben Veränderungen im Alltag automatisch zu erkennen und damit die Sicherheit älterer, zu Hause lebender Personen erhöhen. Das Institut für Pflege (IFP) und das Institut für Energiesysteme und Fluid Engineering der ZHAW (IEFE) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) untersuchen in einer Pilotstudie (Emergency Recognition through Energy Data Analysis ERED), ob Alltagsaktivitäten durch den Energieverbrauch identifiziert werden können. Dazu wird untersucht, ob Daten aus einem Aktivitäts-Monitoring-System verwendet werden können, um einen pflegerischen Unterstützungsbedarf zu erkennen. Derzeit ist unklar, ob individuelle Muster (Routinehandlungen) aufgrund Alltagsaktivitäten klar identifiziert werden können.
Methode: Die Datensammlung der quantitativen Studie erfolgt seit Dezember 2015. Die vorläufige Analyse der ersten fünf Studienteilnehmenden, über 70 Jahre alt und alleinlebend, beinhaltet neben der 6-monatigen Erfassung des Energieverbrauchs (Strom- und Wasserzähler) ebenfalls die Erfassung der Alltagsaktivitäten (elektronisches Tagebuch und handschriftliche Notizen) über einen Zeitraum von 15 Tagen. Die Daten wurden auf Plausibilität geprüft und deskriptiv-explorativ analysiert.
Resultate: Die vorläufige Analyse zeigte, dass erste individuelle Muster (Routinehandlungen) auf Basis von alltäglichen Handlungen identifiziert werden konnten. Die individuellen Muster werden beschrieben sowie Herausforderungen diskutiert.
Schlussfolgerung: Die ersten Ergebnisse legen nahe, dass ein Vergleich von alltäglichen Handlungen mit den Daten des Energieverbrauchs helfen kann, Aktivitäts-Monitoring-Systeme zu entwickeln, die verwendet werden können, um einen pflegerischen Unterstützungsbedarf zu erkennen.

14:30
The MINDMAP Consortium And Its Geriatric Perspective On Promoting Mental Well-being And Healthy Ageing In Cities
P028 

U. Dapp, L. Neumann, W. von Renteln-Kruse, M. Avendano-Pablon , F. van Lenthe; Hamburg, London/UK, Rotterdam/NL

Introduction: Major depressive disorder, dementia, anxiety disorders, and substance abuse affect a substantial part of the European older population. Over 70% of Europeans reside in cities, and this percentage will increase in the next decades. Urbanization and ageing have enormous implications for public mental health. Cities pose major challenges for older citizens, but also offer opportunities for the design of policies, clinical and public health interventions that promote mental health.
Methods: The overall aim of the MINDMAP project (2016-2019) is to identify the opportunities offered by the urban environment for the promotion of mental wellbeing and cognitive function of older individuals in Europe. The project will advance understanding by bringing together longitudinal studies across cities in Europe to unravel the causal pathways and multi-level interactions between the urban environment and psychosocial and biological determinants of mental health and cognitive function in older adults.
Expected results: The geriatric perspective within MINDMAP stresses the importance of early detection of pre-clinical stages of frailty, including mental aspects, as a core component of functional competence among older persons. The Functional Ability Index developed in the Longitudinal Urban Cohort Ageing Study will be applied. Considering both resources and risk factors will enable the identification of target groups for early prevention, and for clinical interventions [1].
Key conclusions: Knowledge will significantly contribute to future-proof preventive strategies in urban settings favouring the mental dimension of healthy ageing, the reduction of the negative impact of mental disorders on co-morbidities, and maintaining cognitive ability in old age.
[1] Dapp U et al. BMC Geriatrics 2014; 14:141

14:30
BMI und MNA-SF bei Senioren in einer stationären geriatrischen Rehabilitationseinheit
P029 

J. Wojzischke, R. Diekmann, S. Egert, J. Bauer; Oldenburg, Bonn

Fragestellung: Mangelernährung (ME) ist in der Geriatrie weit verbreitet und gilt als wichtiger prognostischer Faktor. Senioren, die eine stationäre geriatrische Rehabilitation erhalten sind bisher kaum hinsichtlich ihres Ernährungsstatus charakterisiert. Die vorliegende Studie untersucht den Ernährungsstatus anhand des Body Mass Index (BMI) und der Mini Nutritional Assessment Short Form (MNA-SF).
Methodik: Innerhalb der prospektiven Beobachtungsstudie wurden BMI (kg/m2) und MNA-SF (max. 14 Pkt.) bei konsekutiv aufgenommenen Senioren der Klinik für Geriatrie des Rehazentrums Oldenburg nach Aufnahme (max. + 3 Tage) bestimmt. Anhand des BMI erfolgte die Zuordnung in die Gruppen Adipositas (= 30 kg/m2), Normalgewicht (20-29,9 kg/m2) und Untergewicht (< 20 kg/m2). Anhand der MNA-SF erfolgte die Einteilung in ME (0-7 Pkt.), Risiko für ME (8-11 Pkt.) und normaler Ernährungszustand (12-14 Pkt.). Zudem wurden die einzelnen MNA-SF Kriterien analysiert.
Ergebnisse: 80 Senioren (65,9 % weiblich, mittleres Alter 81,2 Jahre ± 5,4 SD) wurden eingeschlossen. Mittels BMI wurden 2,4 % als untergewichtig, 61,2 % als normalgewichtig und 29,4 % als adipös klassifiziert. Der MNA-SF zufolge wiesen 30,6 % eine ME, 58,8 % ein Risiko für ME und 4,7 % einen normalen Ernährungszustand auf. Die Diagnose ME wurde anhand der MNA-SF bei 38,5 % der adopösen und bei 26,9 % der nach BMI normalgewichtigen Senioren gestellt. Ein diesbezügliches Risiko bestand bei 61,5 % der adipösen und 65,4 % der normalgewichtigen Senioren. Mit Hinblick auf die MNA-SF Kriterien wiesen 93,8 % der Senioren eine akute Erkrankung (0 Pkt.), 72,5 % eine verminderte Mobilität (0-1 Pkt.), 61,4 % einen Gewichtsverlust (0-2 Pkt.), 22,5 % eine Demenz (0-1 Pkt.), 21,4 % einen reduzierten BMI (0-2 Pkt.) sowie 3,8 % einen erniedrigten Wadenumfang (0 Pkt.) auf.
Schlussfolgerung: Obwohl für die Mehrheit der Senioren in der geriatrischen Rehabilitationseinheit aufgrund der MNA-SF eine ME oder ein Risiko für ME vorlag, waren sie gemäß BMI zumeist normalgewichtig oder adipös. Adipöse Senioren wiesen zudem häufiger eine ME nach MNA-SF auf als die normalgewichtigen Senioren. Demnach ist ein Ernährungsassessment, das allein auf dem BMI basiert, in der Population der geriatrischen Reha als unzureichend anzusehen.

14:30
Einfluss der Innenraumtemperatur bei Hitze auf physiologische Parameter und Verhalten älterer Personen im Betreuten Wohnen
P030 

A. Stotz, K. Rapp, G. Büchele, J. Klenk, C. Becker, U. Lindemann; Stuttgart, Ulm

Hintergrund: Als Folge des Klimawandels wird für Mitteleuropa ein Anstieg der Temperaturen mit vermehrten Hitzeperioden vorausgesagt. Besonders vulnerabel für die Veränderung sind ältere Menschen. Gründe hierfür sind u.a. physiologische Alterungsprozesse mit Auswirkung auf körperliche Funktionen (Blutdruckanpassungsfähigkeit und Durstempfinden) sowie eine häufige Polymedikation.
Methoden: Es wurden 80 im Betreuten Wohnen lebende Probanden in einem 4-wöchig revolvierenden Zeitplan von Mai bis Oktober 2015 in ihrer Wohnung untersucht. Während der Hitzewellen wurden zusätzliche Untersuchungen am 3. bzw. 4. Tag und am 6. bzw. 7. der Hitzewelle (definiert als aufeinanderfolgende Tage mit mehr als 30° C) durchgeführt. Hierbei wurden die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung und außerhalb des Gebäudes mittels Datenloggern jeweils ab dem Vorabend erfasst. In der Untersuchung wurde die orthostatische Blutdruckregulationsfähigkeit mittels Schellong-Test untersucht sowie das subjektive Temperaturempfinden- und erleben erfasst. In Anlehnung an den WHO-QoL-Fragebogen wurde die soziale Partizipation unter Berücksichtigung der aktuellen Temperatur erfragt. Nach der Hitzewelle wurden die Probanden zu subjektiven Beschwerden, persönlichen Anpassungsmaßnahmen und Maßnahmen seitens der Einrichtungsträger oder des betreuenden Arztes während der Hitzewelle befragt.
Ergebnisse: Gebrechliche Personen (Fried-Kriterien) zeigten gegenüber nicht-gebrechlichen Personen bei Temperaturen über 28 °C einen stärkeren Blutdruckabfall im Orthostasetest, klagten häufiger über Schwindel und litten subjektiv stärker unter der Hitze. Die soziale Teilhabe war bei den gebrechlichen stärker durch die Hitze eingeschränkt als bei den nicht-gebrechlichen Personen. Die Hitzekompensationsmaßnahmen der Probanden umfassten alle allgemein empfohlenen Maßnahmen zur Anpassung an Hitze. Die wenigen, von den Probanden wahrgenommenen Maßnahmen der Einrichtungsträger lassen noch ein großes Optimierungspotential zur Unterstützung älterer Menschen im Betreuten Wohnen vermuten.

14:30
The prototype of nursing home for elderly : Integrating ergonomic and principles of green building
P031 

W. Kulariyasup, S. Horpibulsuk, J. Horpibulsuk; Nakhon Ratchasima/T

One of changes in Thai social structure is population aging, which affects the society and economy. It constantly needs allocation of health and social resources. Therefore, it is important to properly preparing the nursing home for elderly. This research studied and designed the nursing home for elderly in Thampakorn Po Klang (New) Nakorn Ratchasima by integrating ergonomic and technology of Building Information Management (BIM) in the process. This research displayed the process of planning the building structures and proposed 5 buildings as the main office, the nursing room, the bedroom, the cafeteria and the common room. The main purposes of the green building are to efficiently use the resources and to reduce the building’s negative effect on the residents and the environment. The first step on the design, according to ergonomic, was to collect the data of body, strength, daily routine from the elderly’s behavior who had been living in the nursing home in Thampakorn Po Klang (Old). The second step was to analyze the convenient facilities for elderly. The model information was created with the program SketchUp 8 for planning the procedure and represented the project to the people who involved in order for them to make a decision. The model information portrayed the planning of the project including the use of area, the material, the building appearance, the position, direction and the solar incidence on each building. The study showed that the overall thermal transfer value (OTTV) and roof thermal transfer value (RTTV) that reach inside the building follow the legitimate standard of (OTTV < 30 Watt / square meter and RTTV < 10 Watt /square meter)

14:30
Mentales Training und Spiegeltherapie während Immobilisation nach osteoporotischen Handgelenksfrakturen
P032 

H. Korbus, N. Schott; Stuttgart

Einleitung: Die Behandlungsergebnisse nach distaler Radiusfraktur sind insbesondere bei älteren Patienten häufig unbefriedigend. Die Funktionsverluste des Handgelenkes sind u.a. der zentralen Reorganisation während der mehrwöchigen Immobilisation geschuldet. Mehrere Studien konnten zeigen, dass auch Mentales Training (MT) sowie Spiegeltherapie (ST) sensomotorische Repräsentationen erzeugen können (Schott, Frenkel, Korbus, & Francis, 2013). In der ST bewirkt ein visuelles Feedback (Betrachten von Bewegungen der gesunden Seite in einem Spiegel) die zusätzliche Aktivierung der kontralateralen Hemisphäre. Übergeordnetes Ziel der kontrollierten, randomisierten Interventionsstudie ist, die Effekte motorisch-kognitiver Therapieformen (MT und ST) auf die Funktion des Handgelenks nach distaler Radiusfraktur zu untersuchen. Die Pilotstudie soll zudem Auskunft über die Durchführbarkeit der Methode sowie über die Höhe der Rekrutierungsrate geben.
Methode: Die randomisiert zugeordneten Radiusfrakturpatientinnen (weibl.; = 60 J.) führen parallel zur üblichen Behandlung in einer der beiden Experimentalgruppen entweder mentales Training (MT) oder Spiegeltherapie (ST) durch: in den Wochen 1 bis 3 fünfmal pro Wo-che, in den Wochen 4 bis 6 dreimal pro Woche unter Anleitung zuhause. Die Kontrollgruppe erhält ein Entspannungstraining im gleichen Umfang. Erfasst werden die subjektive Handgelenksfunktion (PRWE), die subjektiven Einschränkungen an der oberen Extremität (DASH), Bewegungsumfang, Greifkraft und Lebensqualität. Die verblindeten Erhebungen werden vor der Intervention sowie 3, 6 und 12 Wochen nach Interventionsstart durchgeführt.
Ergebnisse und Diskussion: Es wurden 31 Patientinnen eingeschlossen, von denen 29 eine hohe Compliance zeigten und erfolgreich abschlossen, nur 2 brachen ab. Die Ergebnisse ((M)ANOVA mit Messwiederholung) zeigen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen, die objektiven Messdaten (ROM, Greifkraft) weisen jedoch auf eine Überlegenheit der beiden motorisch-kognitiven Trainingsformen hin.
Literatur Schott, N. Frenkel, M.-O., Korbus, H., & Francis, K.L. (2013). Mental practice in orthopedic rehabilitation: where, what, and how? A case report. Movement & Sport Sciences – Science & Motricité, 82, 93–103.

Zurück