Poster
Donnerstag, 08.09.2016
14:30 - 15:30
Poster Eyth-Saal
P05
Poster: Screening / Assessment (P043-P052)

Moderation: S. Krupp, Lübeck; D. Lüttje, Osnabrück

14:30
Identifizierung und Kategorisierung geriatrischer Patienten anhand der Screeninginstrumente ISAR und Geriatrie-Check BW
P043 

C. Dreher, P. König, I. Gehrke; Furtwangen, Donaueschingen

Die Herausforderungen, vor die der Demografische Wandel das Gesundheitswesen stellt, verschärfen sich besonders bei Versorgung hochbetagter und gebrechlicher Menschen. Mit steigendem Alter nehmen physische und psychische Erkrankungen zu, außerdem drohen Verlust der Selbstständigkeit sowie dauerhafte Hilfsbedürftigkeit. Diese Multimorbidität sowie die mehrdimensionalen pflegerischen Bedürfnisse und das hohe Risiko immobilitätsbedingter, auch iatrogener Komplikationen betagter Menschen, müssen in einer altersgerechten Behandlung Berücksichtigung finden. Mit Hilfe der Identifizierung und Kategorisierung der geriatrischen Risikopatienten durch die Screeninginstrumente ISAR (Ident. of seniors at risk) und Geriatrie-Check, einem in Baden-Württemberg entwickelten und im aktuellen Landesgeriatriekonzept etablierten Identifikationsinstrument, soll die Zuordnung der geeigneten Patienten zu spezifisch geriatrischen Diagnose- (Assessment) und Behandlungsalgorithmen gewährleistet und somit die Prognose dieser Patienten hinsichtlich medizinischer, psychosozialer und funktioneller Aspekte verbessert werden. Eine schnellstmögliche Identifizierung und Kategorisierung ist essentiell für den weiteren Behandlungsverlauf und hat bereits von Beginn an großen Einfluss auf das anschließende Behandlungsergebnis. Beide Instrumente gelangen anhand der erreichten Punktzahl zu einer dichotomem Ja/nein Risikozuordnung der Patienten anhand der erreichten Screeningpunktzahl, der Cut-off liegt beim ISAR-Sreening in der Originalpublikation bei 2/6 Punkten. Nach erreichter Punktzahl ergeben sich sechs Kategorien, wohingegen der Geriatrie-Check BW die Patienten in A-Risiko und B-Risiko (5 Unterkategorien) gruppiert. Die Kategorien korrelieren jeweils mit dem Anstieg der Risiken. Damit werden in den Risikokategorien unterschiedliche Patientenkohorten beschrieben. Das Ziel des Projektes ist es, unter den Bedingungen der allgemeininternistischen Regelversorgung eines Kreiskrankenhauses diese Patientenkohorten anhand der Routinedaten (Patientenstammdaten, PPR, CMI, Komorbiditäten) zu charakterisieren. Dabei werden die Gemeinsamkeiten der Patienten je Kategorie beziehungsweise die Unterschiede zwischen den Kategorien erläutert.

14:30
Der Timed up and go-test (TuG) in der geriatrischen Klinik
P044 

K. Hager, O. Krause; Hannover

Hintergrund: Der Timed up and go-Test (TuG) ist ein valider und reliabler Assessment-Test für die Mobilität. Aber viele Patienten in einer geriatrischen Klinik sind bei Aufnahme nicht in der Lage ihn durchzuführen. Ziel: In einer retrospektiven Analyse sollten die Ergebnisse des TuG sowie dessen Verbesserung dargestellt werden. Weiterhin sollten diese Ergebnisse mit den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) verglichen werden.
Methoden: Daten aus dem Zentrum für Medizin im Alter aus 2006 bis 2009 wurden analysiert. Als Maß für die ADL wurde der Funktionale Unabhängigkeitsindex (FIM) verwendet.
Resultate: 2072 Datensätze hatten komplette Daten für den TuG and the FIM. Der TUG war bei Aufnahme und Entlassung bei 1105 Patienten (mittleres Alter: 81,0±7,7 Jahre) möglich, 530 Patienten konnten den TuG zwar nicht bei Aufnahme, jedoch bei Entlassung ausführen (mittleres Alter: 81,9±7,3 Jahre). 437 Patienten (mittleres Alter: 82,4±8,0 Jahre) waren weder bei Aufnahme noch bei Entlassung in der Lage den Test zu bestehen. Nur 21% der Patienten waren somit selbst bei Entlassung noch nicht in der Lage den Test durchzuführen. Der FIM bei Aufnahme betrug für diejenigen Patienten, die den TuG bewältigten, 99,5±14,3 Punkte, für diejenigen, die den TuG nicht leisten konnten, war der FIM mit 69,4±19,1 Punkten (p<0,01) erwartungsgemäß deutlich niedriger. Der FIM bei Entlassung betrug 110,5±12,8 Punkte bei denjenigen, die bereits bei Aufnahme, und 100,5±14,7 Punkte für diejenigen, die am Ende wieder laufen konnten. Bei den Patienten, die den TuG auch bei Entlassung nicht durchführen konnten, jedoch nur 70,5±22,7 Punkte bei denen, die auch bei Entlassung nicht laufen konnten.
Folgerung: Nur etwa 50% der Patienten sind bei Aufnahme in eine geriatrische Klinik in der Lage den TuG zu bewältigen, jedoch etwa 80% bei Entlassung. Diejenigen, die das Laufen wieder erlernen konnten, konnten den TuG am Ende nahezu so schnell durchführen wie diejenigen, die bereits bei Aufnahme laufen konnten. Dies war auch für die ADLs der Fall. Diejenigen, die die Fähigkeit zum Laufen wieder erlangten, waren somit die größten “Gewinner” der Behandlung in der geriatrischen Klinik.

14:30
Erfahrungen mit ISAR als Screeninginstrument bei der Krankenhausaufnahme
P045 

S. Gurlit, H. Möllmann; Münster

Frage: Zunehmend werden hochaltrige Patienten im Krankenhaus auch operativ versorgt. Es gilt, möglichst früh diejenigen zu identifizieren, die ein hohes Risikopotenzial für das Erleiden perioperativer Komplikationen mitbringen und die Versorgung anzupassen. Ziel war es, den Einsatz des ISAR als alleiniges Screening-Tool für die Identifikation von Risikopatienten, die gezielt eine spezialisierte perioperative Betreuung erhalten, sowohl wie empfohlen bei der notfallmäßigen Aufnahme als auch in der Elektivchirurgie als neue Option zu hinterfragen.
Methodik: Retrospektiv wurden Daten von 389 Pat. ausgewertet, die routinemäßig im Rahmen der stationären Aufnahme in der Zeit vom 1.06.2014 bis zum 30.06.2015 erfasst worden waren. Bei allen Patienten wurden durch geschulte Altenpflegerinnen im Rahmen der präoperativen Untersuchungen der ISAR und das etablierte kognitive Screening (MMST+Uhrentest) durchgeführt. Die Patienten der Unfallchirurgie (UCH;n=88) dienen als Beispiel für die Notfallchirurgie und die Patienten der Orthopädie (ORTHO;n=90) für die Elektivchirurgie.
Ergebnisse: Im Gesamtkollektiv erwiesen sich 71% der Patienten mit min. 2 Punkten als ISAR positiv. In der UCH waren dies 85% der Patienten, in der elektiven ORTHO 49%. Bei einem Cut-off von 2 Punkten wird hier die Filterfunktion vor allem in der Akutsituation somit nicht erfüllt. Durch das etablierte kognitive Screening werden in der Notfall UCH 15% mehr Patienten als „kognitiv auffällig“ eingestuft als durch den ISAR. In der elektiven ORTHO sind es doppelt so viele. Alle Patienten erhielten eine spezielle Betreuung durch die Abteilung für perioperative Altersmedizin bei einer resultierenden Delirrate von 6%. Auch ISAR-negative Patienten erwiesen sich aufgrund vorliegender unentdeckter kognitiver Einschränkungen als Risikopatienten im Verlauf.
Schlussfolgerung: In der Untersuchung zeigte sich der ISAR als Screening-Tool für geriatrische Risikopatienten (auch als denkbare Alternative zum etablierten kognitiven Screening) für das Erleiden von perioperativen Komplikationen als nur bedingt geeignet. Insbesondere erfüllte er die erhoffte Filterfunktion in der notfallmäßigen Chirurgie nicht; vielmehr erwies sich mit 85% eine ausgesprochen hohe Zahl der untersuchten Patienten im Testsinn als positiv.

14:30
Evaluation des Geriatrie-Checks in einer Kohorte von stationären Patienten in der Neurologischen Abteilung der Uniklinik Tübingen
P046 

M. A. Hobert, F. P. Bernhard, J. Sartor, K. Bettecken, M. Jamour, W. Maetzler; Tübingen, Ehingen

Einleitung: Der Geriatrie-Check wurde von der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft als Screeninginstrument zur Identifikation von geriatrischen Patienten in einem Krankenhaus entwickelt und wird im Geriatriekonzept Baden-Württemberg 2014 empfohlen. Dieses Tool hat einen zweistufigen Aufbau: Teil A wird bei allen Patienten ab 70 Jahren durchgeführt, Teil B bei Patienten mit auffälligem Ergebnis in Teil A. Bis jetzt gibt es keine Validierung bzw. publizierte Evaluation des Geriatrie-Checks. In der hier vorliegenden Analyse wurden die Ergebnisse des Geriatrie-Checks in der empfohlenen Vorgehensweise mit anderen Assessments und Skalen evaluiert, aber auch Teil A und B unabhängig voneinander evaluiert.
Methodik: Im Rahmen einer Querschnittsstudie am Universitätsklinikum Tübingen wurden 107 neurologisch-stationäre Patienten ab 70 Jahren mittels Geriatrie-Check und ausführlichem geriatrischen Assessment untersucht.
Ergebnisse: Dreiundzwanzig Patienten (21.5%) waren in Teil A auffällig. Davon waren 20 (87%) auch in Teil B auffällig. Diese durch Teil A und B identifizierten Patienten zeigten im Vergleich zu den anderen Patienten folgende signifikante Unterschiede: Höheres Alter, langsamere Gehgeschwindigkeit, häufigere Stürze, erhöhte Sturzangst (FES-I), geringere Gripforce, höhere Werte im Screening nach Lachs, längere Zeit im Timed up an Go Test, und größere Depressivität (BDI). Insgesamt waren 3 (2.8%) Patienten nur in Teil A auffällig, 38 (35.5%) nur in Teil B, 20 (18.7%) in Teil A und B und 46 (43.0%) in keinem der Teile. Vergleicht man die nur in Teil B auffälligen Patienten mit den anderen Gruppen, zeigt sich, dass sich diese Gruppen in allen Parametern signifikant von den Patienten unterscheiden, die in keinem Teil des Tests auffällige Ergebnisse vorwiesen.
Zusammenfassung: Der Geriatrie-Check erweist sich als ein nützliches Werkzeug für die spezifische Erkennung von geriatrischen Patienten. Allerdings legt unsere Analyse nahe dass der Aufbau (auffälliges Ergebnis in Teil A als Voraussetzung für die Durchführung von Teil B) des Checks dazu führt, dass geriatrische Patienten nicht erkannt werden.

14:30
Die Geriatric Depression Scale (GDS) in Akutgeriatrie, Rehabilitation und Tagesklinik
P047 

K. Hager, M. Brecht; Hannover

Hintergrund: Die Geriatric Depression Scale (GDS) wird in vielen geriatrischen Kliniken in Deutschland im Rahmen des Basisassessments zur Einschätzung der Stimmung benutzt.
Ziel: Es sollte geprüft werden, ob ein möglicher Hinweis auf eine depressive Stimmungslage (GDS6-15 Punkte) mit einem geringeren Fortschritt bei der Verbesserung der Aktivitäten des täglichen Lebens bzw. einer Verlängerung der Verweildauer assoziiert ist.
Methode: Die Daten aus der Geriatrischen Datenbank (GERDA) aus dem Jahr 2015 wurden analysiert.
Resultate: 1133 Patienten aus Akutgeriatrie (n=658, 58,1%), geriatrischer Rehabilitation (n=332, 28,3%) und Tagesklinik (n=143, 12,6%) wurden in die Auswertung eingeschlossen. 890 Patienten (78,6%) lagen zwischen 0 und 5 Punkten, 243 Patienten (21,4%) zwischen 6 und 15 Punkten. Dieses Verhältnis betrug 75,7% und 24,3% im Bereich der Akutgeriatrie, 87,3% und 12,7% in der stationären Rehabilitation und 71,3% bzw. 28,7% in der Tagesklinik. Das mittlere Alter (GDS 0-5 Punkte: 83,5±7,1 Jahr; 6-15 Punkte: 81,2±7,9 Jahre) war nicht unterschiedlich, ebenso wenig der MMSE bei Aufnahme (0-5: 25,0±4,5 Punkte; 6-15: 24,9±4,4 Punkte). Auch der Barthel-Index bei Aufnahme (0-5: 51,4±20,8 Punkte; 6-15: 49,0±22,1 Punkte) bzw. bei Entlassung (0-5: 67,7±22,6 Punkte; 6-15: 63,7±23,1 Punkte) unterschied sich nicht zwischen den beiden Gruppen. Schließlich war auch die Verweildauer bei den Patienten mit einer GDS 0-5 Punkte bzw. 6-15 Punkte nicht unterschiedlich (akut: 0-5: 20,6±10,5 Tage; 6-15: 19,5±9,6 Tage; Reha: 0-5: 19,4±9,6 Tage; 6-15: 20,0±9,8 Tage), weder im Bereich der Akutgeriatrie noch in der stationären geriatrischen Rehabilitation.
Fazit: Es muss damit gerechnet werden, dass etwa ein Viertel der Patienten in einer geriatrischen Klinik eine GDS aufweist, der eine depressive Stimmungslage andeuten kann. Größere Auswirkungen auf die Verbesserung in den Aktivitäten des Täglichen Lebens bzw. auf die Verweildauer scheint die unterschiedliche Stimmungslage aber nicht zu haben. Eine depressive Stimmung alleine sollte daher kein Grund sein, einen Patienten von der Aufnahme auszuschließen.

14:30
Inter- und Intra-Rater Reliabilität eines angepassten Wolf-Motor-Funktion-Tests für ältere Patient/innen nach Schulterverletzungen
P048 

C. Oberle, C. Becker, S. Schölch, J.-U. Lenz, S. Studier-Fischer, P. Augat, L. Schwickert; Stuttgart, Ludwigshafen, Murnau

Hintergrund und Zielsetzung: Bislang fehlen objektive Tests zur Messung der Leistungsfähigkeit bei orthopädischen Patienten/innen nach Schulterverletzung. Der Original Wolf-Motor-Funktionstest dient zur objektiven Bewertung der Leistungsfähigkeit und Bewegungsqualität der oberen Extremitäten von Patienten/innen mit neurologischen Störungen und Schädel-Hirn-Verletzungen bei der Ausführung bestimmter Alltagsaufgaben. Diese Studie soll den Wolf-Motor-Funktionstest auf Patienten nach Schulterverletzungen anpassen und die Inter- und Intra-Rater Reliabilität dieser angepassten Version überprüfen.
Patienten/innen und Methodik: Bei 20 älteren Patienten/innen (Median 80,5 Jahre, w=16) mit chirurgisch oder konservativ behandelter Schulterverletzung wurde die Leistungsfähigkeit der Schulter in einem Test-Retest-Design (weniger als 2 Tage auseinander) erhoben. Um die Inter-Rater Reliabilität zu bestimmen bewerteten zwei unabhängige Rater die Leistung. Einer der Rater bewertete die Leistung erneut um die Intra-Rater Reliabilität zu erheben. Inter- und Intra-Rater Reliabilität wurden durch gewichtete Cohens Kappa-Statistiken mit entsprechenden Konfidenzintervallen überprüft. Für die benötigte Zeit wurden Intra-Klassen-Korrelationskoeffizienten 2.1 und zur Bestimmung der internen Konsistenz Cronbachs Alphas berechnet.
Ergebnisse: Für die Inter-Rater Reliabilität reichen die Kappa-Werte nach Cohen für die funktionelle Fähigkeit von 0,84-1,00 und für die Bewegungsqualität von 0,79-1,00. Für die Intra-Rater Reliabilität liegen die Werte bei 0,71-1,00. Die Intra-Klassen-Korrelationskoeffizienten 2.1 für die benötigte Zeit liegen bei 9 der 15 Aufgaben über 0,81. Cronbachs Alphas liegen für die funktionelle Fähigkeit über 0,94 und für die Bewegungsqualität über 0,96.
Schlussfolgerung: Die angepasste Version des Wolf-Motor-Funktionstest zeigt eine gute Inter- und Intra-Rater Reliabilität für Patienten/innen nach Schulterverletzungen und ist somit ein geeigneter und objektiver Test zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit der oberen Extremitäten.

14:30
Sarkopenie und Muskelpower bei selbständig lebenden Senioren - Erste Ergebnisse der Versa Studie
P049 

L. Dasenbrock, A. Heinks, S. Hellmers, L. Böhmer, B. Sahlmann, S. Fudickar, A. Hein, J. Bauer; Oldenburg

Hintergrund: Die Beziehung zwischen Muskelmasse und Muskelfunktion wird im Kontext der Diagnosekriterien der Sarkopenie intensiv diskutiert. Dabei scheint die Muskelpower, gemessen in Watt, ein besonders aussagekräftiger Parameter zu sein. Diese kann unter anderem mittels vertikalem Sprung getestet werden [1]. In der Versa Studie wird die Beziehung zwischen Muskelmasse und Sprungparametern bei selbständig lebenden Senioren ≥ 70 Jahren untersucht.
Methode: In einer Querschnittsuntersuchung wurden die Muskelmasse mittels Bio-Impedanz-Analyse (Akern 101), die Jump Power (P) und die Sprunghöhe (H) mittels Kraftmessplatte, der Chair Stand Test (CST) und der 10-Stair-Climb-Power-Test (SCPT) mittels Stoppuhr gemessen. Die Teilnehmer wurden über den Skelettalen-Muskelmasse-Index (SMI) nach Janssen (2002) hinsichtlich des Vorliegens einer Sarkopenie klassifiziert. Die Beziehungen zwischen Muskelfunktionstests und SMI wurden mittels linearer Regression und Spearman Korrelationskoeffizienten untersucht. Gruppenunterschiede in der Muskelfunktion wurden mit dem Wilcoxon Rangsummentest analysiert.
Ergebnisse: 197 gesunde Senioren (75,0 ±3,57 Jahre; 59% weiblich) wurden eingeschlossen. 77 Teilnehmer (30,7%) waren nicht-sarkopen, 103 (41,0%) moderat sarkopen und 17 (6,8%) schwer sarkopen. Signifikante Korrelationen zeigten sich zwischen folgenden Funktionsparametern und dem SMI: SMI-Pmax 0,53; SMI-Pmean 0,52; SMI-Hmax 0,58; SMI-Hmean 0,59 (p≤0,001) und SMI-SCPT 0,18 (p=0,012). Zwischen SMI und CRT gab es keine signifikante Korrelation. Hmax, Hmean und SCPT wiesen bei den Teilnehmern mit Sarkopenie signifikant niedrigere Werte auf (p≤0,05). Hmean erklärte den SMI mit r^2=0,31(95%CI=0,80-1,24; p<0,001). Pmax, Hmax, Pmean, CRT und SCT beeinflussten den SMI nicht signifikant. Schlussfolgerung: Die Sprungparameter Jump Power und Sprunghöhe wiesen die stärkste Korrelation mit dem Muskelmasse-Index auf. Demzufolge könnte der Jump Power und der Sprunghöhe im Kontext der Sarkopeniediagnostik eine besondere Bedeutung zukommen.
[1] Buehring et al., 2015 Osteoporos Int 26.

14:30
The introduction of the german version of the montreal cognitive assessment for the hearing impaired into geriatric practice
P050 

M. Lerch; Schwerin

Introduction: Cognitive screening is a crucial part of the geriatric assessment. Up to now all current test rely on the subjects ability to follow auditory verbal instructions and therefore present a major pit-fall in the assessment of senior patients with a hearing loss leading to a probable false negative test result due to misunderstanding of the oral commands and requirements. Our objective was to adapt the “Development of a Cognitive Screening Test for the Severely Hearing Impaired” by Chung J, Shipp D, Friesen L, Black S, Masellis M, Lin V for the German language and to introduce it as a standard cognitive screening in our geriatric assessment.
Method: Subjects were recruited from our geriatric clinic. All volunteers first underwent a battery of cognitive Screening tools (MMSE, clock completion test)in a standard environment and a hearing assessment (MAT). After that all were administered the MoCA-HI. 45 normal hearing and 50 hearing impaired(>40 dB(A)) subjects were tested. As an additional cognitive test the CERAD test battery was performed on all subjects in a hearing adjusted environment.
Results: There was a significant correlation between the test results of the MoCA-HI and the CERAD plus battery were as the normal cognitive test showed an inclination towards lower scores in the hearing impaired subjects. The MoCA-HI was introduced to our geriatic clinic as our standard cognitive screening test.
Conclusion: The MoCA-HI should be used in cognitive screening in geriatric patients to avoid false negative scores due to hearing impairment.

14:30
Die funktionelle Fähigkeit des Treppensteigens bei gesunden und funktionell eingeschränkten älteren Menschen
P051 

J. Kiselev, E. Steinhagen-Thiessen; Berlin

Hintergrund: Die Fähigkeit, Treppen steigen zu können, stellt eine zentrale Voraussetzung für ein eigenständiges Leben und eine Partizipation am sozialen Leben dar. Aus diesem Grund kommt der Wiederherstellung dieser Fähigkeit in der Rehabilitation eine besondere Rolle zu. Zur Verlaufskontrolle und prognostischen Einschätzung stehen bislang aber nur wenige Messinstrumente zur Verfügung.
Fragestellung: Kann die Messung der Treppensteigefähigkeit als Geschwindigkeitsmessung in Stufen / Sekunde (St/sec) bei älteren Menschen erfolgen?
Methode: Zwei Kohorten älterer Menschen (59 gesunden, 53 funktionseingeschränkte) stiegen einen Treppenabsatz von 13 Stufen hoch und wieder runter. Gemessen wurde die Zeit zur Bewältigung der Gesamtstrecke, der Hoch- bzw. Runterstrecke sowie Zwischenzeiten in der Mitte der Treppe. Zusätzlich wurden die isometrische Kraft der Beinmuskulatur und die selbstgewählte und maximale Gehgeschwindigkeit gemessen sowie der Timed Up&Go Test (TUG) und der Functional Reach Test (FR) durchgeführt.
Ergebnisse: Anhand der Ergebnisse der gesunden älteren Menschen ließ sich eine durchschnittliche Treppensteigegeschwindigkeit (TSG) von 1,88 St/sec für das Auf- und Absteigen ermitteln. Der Vergleich mit der zweiten Gruppe zeigt erwartungsgemäß deutliche Unterschiede. Anhand des Ausmaßes der Abweichung von den Mittelwerten der gesunden Probanden werden mögliche funktionelle Ursachen für Probleme beim Treppensteigen untersucht.
Diskussion: Die hier vorliegenden Untersuchungen bieten erste Hinweise auf die Eignung der Messung der TSG zur Beurteilung und Kontrolle dieser wichtigen funktionellen Fähigkeit in der Rehabilitation älterer Menschen. Prospektiv angelegte Interventionsstudien sind jedoch notwendig, um die Ergebnisse dieser Studie bestätigen und Empfehlungen ableiten zu können.

14:30
Urininkontinenz bei Menschen nach einem Hirnschlag - Das Erleben der Betroffenen
P052 

M. Kohler, S. Saxer; St.Gallen/CH

Einleitung: Laut Schätzungen der WHO steigt die Anzahl der Personen die einen Hirnschlag erleiden in Europa von 1.1 Millionen im Jahr 2000 auf 1.5 Millionen im Jahr 2025. Ein Schlaganfall ist in diesen Ländern die wichtigste Ursache einer Behinderung im Erwachsenenalter. Rund die Hälfte der Personen die einen Schlaganfall überleben, leidet an einer Urininkontinenz. Die übliche Behandlung der Inkontinenz basiert häufig auf unsystematischen Interventionen mit Fokus auf den Umgang mit Urininkontinenz und nicht auf die Förderung der Kontinenz. Die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten und das Erleben der Inkontinenz und deren Behandlung während dem stationären Rehabilitationsaufenthalt nach einem Hirnschlag sind bis anhin nicht vollständig erforscht.
Ziel: Studienziel ist, zu erforschen, wie inkontinente Menschen nach einem Hirnschlag die Inkontinenz erleben. Dabei wird der Fokus auf die Zeit während der stationären Rehabilitation gelegt. Die daraus folgenden Erkenntnisse dienen als Basis zur Entwicklung eines evidenzbasierten systematischen Inkontinenzmanagement zur Förderung der Urinkontinenz bei Menschen nach Hirnschlag in der stationären Rehabilitation.
Methode: Es wurden leitfadengestützte Einzelinterviews mit 10 Patientinnen und Patienten in einer Schweizer Rehabilitationsklinik durchgeführt. Die Interviews wurden auf Tonband aufgenommen, verbatim transkribiert und nach der Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse analysiert. Ein positives Votum der zuständigen Ethikkommission liegt vor. Resultate: Die Analyse wird im März abgeschlossen. Aufgrund der vorläufigen Ergebnisse zeigt sich, dass Inkontinenz als sehr belastend wahrgenommen wird und mit hohem Stress verbunden ist. Für die Betroffenen hat die Behandlung der Inkontinenz hohe Priorität und ist ein wichtiges Bedürfnis, jedoch müssen sie viel Mut aufbringen, um mit dem Behandlungsteam darüber sprechen zu können.
Schlussfolgerung: Die Behandlung der Inkontinenz sollte ein zentraler Bestandteil der Rehabilitation nach einem Hirnschlag sein. Wichtig erscheint das ein Klima geschaffen werden kann, bei dem sich die Patientinnen und Patienten getrauen über Inkontinenz zu sprechen.

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